Leider nein

Kein Wanderweg zur Töss – die SBB erteilen Schatzmann eine Absage

Die Bundesbahnen sehen keine Möglichkeit für eine Fusswegverbindung vom Zentrum den Gleisen entlang ans Wasser.

Erwin Schatzmann daheim in seinem «Morgenland».

Erwin Schatzmann daheim in seinem «Morgenland». Bild: hd

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Wenn Erwin Schatzmann und Planer der SBB in Schriftverkehr treten, dann treffen zwei Welten aufeinander, die wenig gemeinsam haben. Hier der wundersame Winterthurer Künstler und Ideen-Generator, wie er sich selber bezeichnet, dort die nüchternen Techniker, die den Bahnbetrieb und die Baurendite, den Zuwachs an Zügen und Passagieren, den Brüttener Tunnel und die Brachen in manchen Gleisfeldern unter einen Hut bringen müssen.

«Natürlich bin ich enttäuscht, weil ich auch Zeit und Geld investiert habe.»Erwin Schatzmann

Schatzmann hatte den Bundesbahnen letztes Jahr eine Dokumentation seiner jüngsten Idee geschickt: Einen Weg entlang den Gleisen im Vogelsang, der Wanderer vom Stadtzentrum an die Töss hätte locken sollen. Eine Weiterentwicklung seiner Waldeggseeidee, die vor zwei Jahrzehnten an der Urne gescheitert war. «5 W statt 5 G» nannte Schatzmann sein neues Projekt: Statt immer noch mehr Tempo in allem plädierte er für den «Winti-Wunder-Wander-Wasser-Weg». Beginnend in einem Park beim Salzhaus, mit Wasserfläche und Bäumen, hätte der Pfad nach Töss und direkt ans Fliessgewässer führen sollen. Entschleunigen, das Klima schonen, der Seele Gutes tun, das alles und mehr beinhaltete Schatzmanns Idee.

Sicherheit und Platzmangel

Man habe diese Ideen in der Dokumentation «mit grossem Interesse» studiert, schrieben zwei Vertreter der SBB-Netzentwicklung kürzlich und höflich zurück. Um gleich ein gut und lang begründetes Nein nachzuschieben: Zu gefährlich, kein Platz, das ganze Bahnareal südlich der Wylandbrücke benötige man selber – das sind die Hauptargumente. Und dann fügen die SBB auch noch eine atmosphärische Überlegung an: «Ob für Fussgänger der Weg entlang einer Strecke mit gegen tausend Zügen pro Tag attraktiv ist, wagen wir zu bezweifeln.» Ganz unrecht haben sie damit wohl nicht.

Laubrechen im Morgenland

«Natürlich bin ich enttäuscht, weil ich auch Zeit und Geld investiert habe», kommentiert Schatzmann die Absage, «aber Enttäuschungen gehören dazu, wenn man Ideen publik macht.» Einen weiteren Auftritt vor grossem Publikum hatte der Mann mit dem Hut diese Woche. In der TV-Sendung «Mini Schwiiz, dini Schwiiz» empfing er an seinem Wohn- und Arbeitsort «Morgenland» fünf Winterthurer. Statt ihnen die Werkzeuge des Holzbildhauers in die Hand zu geben, liess er sie mit Besen und Rechen Laub zusammenkehren.

Erstellt: 13.02.2020, 17:06 Uhr

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