Kantonsspital

Kinder und Erwachsene teilen sich im Notfall den Röntgenapparat

Die Kindernotfallstation im KSW liegt neu gleich neben dem Erwachsenenbereich. Das soll Kosten sparen, doch nicht nur das.

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Kaum jemand hält sich gern in der Notfallstation auf, doch zumindest auf der geführten Besichtigung mit Medienvertretern verströmt der Aufenthaltsbereich der neuen Kindernotfallstation eine gewisse Behaglichkeit. Eichenholz, viel Platz, farbiges Spielzeug, Kaffeemaschine für die Eltern. An der blauen Magnetwand scheinen sich, nach der Höhe der angebrachten Magnete zu urteilen, auch Erwachsene gern zu betätigen.

Beim Umzug aus dem dritten Obergeschoss des Kantonsspitals (KSW) hat die Kinderstation ein wenig Platz gewonnen, vor allem aber kommen die neuen Räume moderner daher, und sie sind besser angeordnet: aussen herum die Zimmer, in der Mitte die Angestelltenräume, Medikamente und Materialien. Die Zahl der Behandlungsplätze blieb konstant bei zwölf, wie die stellvertretende leitende Ärztin der Station, Catherine Sutter, sagt. Wobei: So genau lässt sich das gar nicht sagen, denn sowohl am alten Ort wie jetzt im Erdgeschoss kann man abends und am Wochenende leere Zimmer aus angrenzenden Bereichen dazunehmen. Zur neuen Infrastruktur gehört etwa ein Isolationszimmer mit Schleuse zur Vorbeugung von Ansteckungen.

«Für Patienten undAngehörige ist es einfacher»

Neuerdings befinden sich der Kinder- und der Erwachsenennotfallbereich, der baulich nicht verändert, aber mit neuen Geräten ausstaffiert wurde, am selben Ort. Der Zugang erfolgt durch einen erweiterten Empfangsbereich, an den sich eine Notfallpraxis anschliesst. Die Integration spart Kosten: Teure Geräte mit 24-Stunden-Bereitschaft wie den Röntgenapparat braucht es nicht mehrfach. Zudem mache es ein gemeinsamer Standort den Patienten und Angehörigen einfacher, sagt der Pflegeleiter der Notfallstation, Daniel Mitteldorf. Und: Es könne von Vorteil sein, die Spezialisten für Kinder und Erwachsene am gleichen Ort zu haben, zum Beispiel bei einem 16-jährigen Patienten.

Der Umzug der Kinderstation vor genau einer Woche war ein Umzug für die Angestellten, nicht für die Patienten, deren Behandlung am alten Ort abgeschlossen werden konnte – nur zwei bis fünf Stunden beträgt zumeist der Aufenthalt. Beim Umbau konnte zusätzliche Fläche durch die Verschiebung und Verkleinerung der Patientenbibliothek freigespielt werden, die sich neu im Untergeschoss befindet.

Eine Art Hausarztpraxisim Spital

Mit der neuen Notfallpraxis trägt das KSW dem Trend Rechnung, dass heute viele Patienten keinen Hausarzt mehr haben und bei Beschwerden direkt ins Spital gehen. Merkt man im kleinen Triage-Raum beim Eingang, wo eine Vorsortierung der Patienten stattfindet, dass die Probleme nicht gravierend sind, können die sogenannten Selbstzuweiser in der Notfallpraxis beraten werden. Diese ist eigentlich eine Art Hausarztpraxis im Spital (statt von Bagatellfällen spreche man nun von «nicht spitalbedürftigen» Patienten, so Mitteldorf). Die Zahl der Selbstzuweiser steigt an, ebenso die Zahl der Notfallpatienten total, welche allein von 2010 bis 2015 um 40 Prozent zunahm. Rund 60000 Personen sollen jährlich im integrierten Zentrum betreut werden.

Gekostet hat der laut Kommunikationschef André Haas planmässig verlaufene Umbau der Notfallstation 9,45 Millionen Franken, einen Betrag, den der Regierungsrat für gebunden erklärt hatte. Die Ausgaben gehen voll zulasten des Kantons, der das Spital besitzt. Eine weitere Million für die Anschaffung medizinischer Apparate sowie Umplanungskosten muss das Kantonsspital selbst aufbringen.

Der Umbau des KSW-Notfallzentrums ist weitgehend unabhängig vom Neubau des grossen Bettenhauses erfolgt, welches mittlerweile im Rohbau erstellt ist und nun bis zum geplanten Bezug im übernächsten Jahr ausgebaut wird.

Erstellt: 12.08.2019, 19:14 Uhr

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