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Kirchgemeinden: Stadt und Töss wollen fusionieren

Die reformierten Kirchgemeinden Winterthur Stadt und Töss wollen sich zusammenschliessen und die Fabrikkirche integrieren. Die Fusion werde aus freien Stücken angegangen, nicht wegen Geld- oder Priestermangel.

Die Stadtkirche gehört zur Kirchgemeinde Winterthur-Stadt. Diese hat mit der Kirchgemeinde Töss angebandelt. Die beiden Kirchemgeineden haben schon seit vielen Jahren Berührungsflächen.
Die Stadtkirche gehört zur Kirchgemeinde Winterthur-Stadt. Diese hat mit der Kirchgemeinde Töss angebandelt. Die beiden Kirchemgeineden haben schon seit vielen Jahren Berührungsflächen.
Michele Limina

Schwindende Mitgliederzahlen und Nachwuchsprobleme im Priesteramt machen den Kirchgemeinden in der Schweiz zu schaffen. Die Antwort der landeskirchlichen Organe auf diese Ausgangslage ist dieselbe wie die der Politik auf die kleinräumige Gemeindestruktur: die Förderung von Fusionen.

So hat der reformierte Kirchenrat des Kantons Zürich 2012 das Projekt Kirchgemeinde Plus (KG Plus) gestartet, mit dem Ziel, die bestehenden 176 Kirchgemeinden bis 2018 zu 60 Grossgemeinden zusammenzuschliessen, mit je mindestens 5000 Mitgliedern.

Anstoss von unten

Eine Fusion zweier reformierten Kirchgemeinden soll es nun auch in Winterthur geben. Die Kirchgemeinden Stadt und Töss haben miteinander angebandelt. Sie wollen sich zusammentun und auch die Fabrikkirche integrieren. Nur sind die Gründe in der Stadt andere als auf dem Land. Der Anstoss zur Fusion kam nämlich nicht von oben, sondern von unten. Die beiden Kirchemgeineden haben schon seit vielen Jahren Berührungsflächen.

Am Anfang der Zusammenarbeit habe das Gebäude an der unteren Briggerstrasse 27 gestanden, der sogenannte Tössfeld-Saal, sagt Andreas Schraft, der Präsident der Kirchgemeinde Winterthur-Stadt. Seine Gemeinde nutzte den Saal viele Jahre lang als Veranstaltungslokal – bis die Stadt das Grundstück 2006 an die Swiss Life verkaufte. Heute steht dort ein Studentenheim. «Seither suchen wir nach einem Ersatzort, damit wir weiterhin im Tössfeld präsent sein können», sagt Schraft.

Im Herzen des Sulzer-Areals

Die Suche rückte die beiden Kirchgemeinden näher zusammen und schliesslich die Fabrikkirche in den Fokus. Sie steht mitten im Sulzer-Areal, an einem Ort, der vor ein paar Jahren noch eine Industriebrache war, heute mit dem Wandel der Industriezone aber eine ganz neue Bedeutung erhält.

«Die Menschen in diesem extrem dynamischen Quartier sind für uns wichtig», sagt Schraft. Gleichzeitig grenze die Fabrikkirche an die Kirchgemeinde Töss, da sei es naheliegend gewesen, mit den Verantwortlichen dieser Institutionen zusammenzusitzen.

Beide Kirchgemeinden haben ihre Mitglieder bereits über die Fusionsidee informiert und interne Diskussionen geführt. Dabei stellte sich laut Schraft heraus, dass die Kirchgänger die Grenzen zwischen den Kirchgemeinden längst als künstlich wahrnehmen. «Es geht also nur noch darum, dass die Leitung formell nachvollzieht, was unter den Leuten bereits stattfindet.» Angebote verschiedener Kirchgemeinden zu besuchen, sei für die Mitglieder eine Selbstverständlichkeit.

Fusion bis 2018 abschliessen

Darum und nicht aus finanziellen Gründen wollten die zwei Kirchgemeinden und die Fabrikkirche künftig zusammenspannen, sagt Schraft. Die Kirchgemeinde Winterthur-Stadt hat heute 7000 Mitglieder und liegt damit deutlich über der vom Kirchenrat angepeilten Mindestgrösse. Auch Pfarrer zu finden, sei bisher kein dringendes Problem in Winterthur, sagt Schraft.

Obschon der Anstoss zur Fusion von unten kam, haben sich die Vertreter der Kirchgemeinden und der Fabrikkirche die Unterstützung eines KG-Plus-Beraters geholt. Der Auftakt zu den Fusionsgesprächen fand im Februar statt.

«Unser Ziel ist eine einzige grosse Kirchgemeinde», sagt Schraft. «Es wäre schön, die Fusion bis im Frühling 2018 zu schaffen.» Denn dann wird die Kirchenpflege neu gewählt. Der Zeitplan sei indes sehr ambitioniert.

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