Winterthur

Das Schiffsreisli und die Klimadebatte

Die geplante Betriebskreuzfahrt der Winterthurer Kistler-Gruppe auf dem Mittelmeer stöss auf Kritik: In Zeiten des Klimawandels seien die Pläne unverantwortlich.

Kistler will seinen Angestellten eine Schiffsreise spendieren. Dies sorgt nun für teils heftige Kritik.

Kistler will seinen Angestellten eine Schiffsreise spendieren. Dies sorgt nun für teils heftige Kritik.

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So populär sie bei Pauschaltouristen sind, Kreuzfahrtschiffe sind Umweltschleudern. Vor allem das für den Antrieb verbrannte Schweröl verursacht Probleme, von Schadstoffen, die in die Luft gelangen, bis zu Schlammrückständen, welche die Schiffe ins Meer ablassen. Und die Schiffe haben eine schlechte CO2-Bilanz.

Auf diesen Umstand machten mehrere Leser des «Landboten» in Zuschriften aufmerksam. Es sind Reaktion auf die Pläne von Kistler CEO Rolf Sonderegger, 2020 mit über 2000 Mitarbeitern eine Mittelmeerkreuzfahrt zu unternehmen. Ein Leser schreibt, die Idee sei «ein Hohn für die Schüler, die für mehr Klimaschutz protestierten». Ein anderer findet, der Firma Kistler fehle «ein Sensorium für originelle und nachhaltige Ideen» und wirft dem Sensorenhersteller Dekadenz vor.

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Rolf Sonderegger, CEO der Kistler-Gruppe, will die ganze Belegschaft auf eine Kreuzfahrt einladen. Auch Ruedi Noser hat seinen Mitarbeitern der Noser Group eine Schiffsreise spendiert. Was halten Sie davon?





Mit den Vorwürfen konfrontiert, sagt Kistler-CEO Sonderegger, bei der Kreuzfahrt handelt es sich um ein Dankeschön an die Belegschaft. Der Schutz der Umwelt sei Kistler ein grosses Anliegen. «Unsere Produkte tragen zur Energieeffizienz bei. Der Einsatz unserer Zylinderdrucksensoren für die Verbrennungsoptimierung in Dieselantrieben grosser Schiffe reduziert den Kraftstoffverbrauch um 1 bis 2 Prozent. Damit werden jährlich gegen 1 Million Tonnen Kraftstoff eingespart. Das entspricht der Kapazität von 50000 Tanklastwagen.»

FDP-Ständerat und Unternehmer Ruedi Noser, der seine Belegschaft schon zweimal auf eine Kreuzfahrt eingeladen hat, war gestern nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Aktuell macht sich Noser für die Gletscher-Initiative stark, die bis 2050 eine klimaneutrale Schweiz fordert - dem Vernehmen nach auch zum Erstaunen seiner Partei. (mcl)

Erstellt: 06.02.2019, 19:01 Uhr

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