Winterthur

Knatsch in der SP: Bunjaku will als Parteiloser in den Stadtrat

Der als Kämpfer gegen Radikalisierung bekannt gewordene IT-Unternehmer Blerim Bunjaku verlässt die SP, weil sie ihm einen Platz auf der Gemeinderatsliste verweigerte. Stattdessen tritt er als Parteiloser um einen Stadtratssitz an.

Blerim Bunjaku: «In der Partei habe ich wenig Interesse oder Unterstützung für meine Arbeit gespürt.»

Blerim Bunjaku: «In der Partei habe ich wenig Interesse oder Unterstützung für meine Arbeit gespürt.» Bild: Madeleine Schoder

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Blerim Bunjaku war einer der bekanntesten SP-Lokalpolitiker. Der 39-jährige Internet-Unternehmer machte 2015 Schlagzeilen, damals noch als EVP-Mitglied, als er eine «Schweizermacher»-App zum Üben für den Einbürgerungstest entwickelte. Später trat der albanischstämmige Schweizer als Kämpfer gegen islamistische Radikalisierung und für mehr Zusammenarbeit zwischen den Moscheen und anderen Institutionen in Erscheinung, was ihm über die Stadtgrenze hinaus grosse mediale Aufmerksamkeit bescherte.

Der von ihm gegründete Verein «Fairwinti» berät seit 2015 Angehörige von radikalisierten Jugendlichen, ein Angebot, das die Stadt Winterthur erst ein Jahr später selbst anbot.In der SP, der er seit 2015 angehört, war Bunjaku in verschiedenen Funktionen aktiv, unter anderem als Schulpfleger und im Vorstand der Ortspartei Oberwinterthur. Auf die 60-köpfige Gemeinderats-Wahlliste der SP hat es Bunjaku trotzdem nicht geschafft. «Blerim Bunjaku ist bestimmt eine Person, die mobilisieren kann, für die SP gab es aktuell jedoch eine zu geringe Vertrauensbasis», erklärt Co-Parteipräsident Christoph Baumann. «Wir hätten gerne mit Blerim daran gearbeitet, doch leider haben sich hier seine Ziele nicht mit denjenigen der SP getroffen.»

«Wenig Unterstützung»

Dazu kommt es nicht. Bunjaku hat seinen Austritt aus der SP bekannt gegeben. Er spart nicht mit Kritik: «In der Partei habe ich wenig Interesse oder Unterstützung für meine Arbeit gespürt.» Er kritisiert die Politik, auch seiner Partei, in Integrationsfragen als zu wenig nah an der Realität. «Es gibt Menschen, die seit Jahrzehnten hier leben und kaum deutsch können. Wir müssen die Integration fördern, aber auch von den Migranten etwas einfordern.»

Von der Politik will Bunjaku dennoch nicht lassen. Gegenüber dem «Landboten» kündigte er an, als parteiloser Kandidat in den Stadtratswahlkampf zu treten. Dort steht ihm, neben den Bisherigen, mit Christa Meier auch eine Kandidatin aus seiner Ex-Partei gegenüber. (Landbote)

Erstellt: 25.08.2017, 08:54 Uhr

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