Musikfestwochen

Konzertbesucher spenden wenig

Dieses Jahr spendeten die Konzertbesucher pro Abend und Kopf 1.50 Franken. Das ist dürftig. Eine Suche nach den Gründen.

Bierhalten ist inbegriffen, so können die Konzertbesucher in Ruhe ihre Geldbeutel leeren. Die beiden Redaktoren im Wettbewerb, um die meisten Spenden.

Bierhalten ist inbegriffen, so können die Konzertbesucher in Ruhe ihre Geldbeutel leeren. Die beiden Redaktoren im Wettbewerb, um die meisten Spenden. Bild: Heinz Diener

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Jeden Tag sammeln zwölf freiwillige Helfer in zwei bis drei Schichten Spenden für die Musikfestwochen. Daneben stehen den Besuchern auch fix installierte Kollektenboxen und Spendenboxen für ihre Zwei-Franken-Depotbecher zur Verfügung. Wer weder Geld dabei hat, noch etwas trinkt, der hat zudem die Möglichkeit per SMS zu spenden (Ein SMS mit mfw und Betrag, etwa mfw20 an 488 schicken).

«Nach sieben Tagen 1000 Franken – eher ernüchternd»Christian Rüegg, 
Kassier der MFW über die SMS-Spenden

Trotzdem ist die Bilanz der Kollekte seit Jahren dürftig. Letztes Jahr spendeten die Konzertbesucher auf der Steinberggasse und dem Kirchplatz gerade einmal 1.30 Franken pro Abend und Kopf. Dieses Jahr sind es nach sieben ausgezählten Tagen immerhin 1.50 Franken.

«Was die Bargeld-Spenden angeht, konnten uns bis jetzt ein wenig steigern», sagt Christian Rüegg, Vorstandsmitglied und Kassier des Vereins Winterthurer Musikfestwochen. Dafür ist die SMS-Spende eingebrochen, waren es 2017 insgesamt etwa 5000 Franken, sind es dieses Jahr nach sieben Tagen gerade Mal 1000 Franken. «Eher ernüchternd» bezeichnet Rüegg diese Bilanz, auch weil die Einstiegsgebühr für den SMS-Service bereits 500 Franken kostet.

Kleinkunst bringt mehr ein

Warum nur so wenig gespendet wird, bleibt auch den Veranstaltern ein Rätsel. Klar ist: «Die Kollekte ist sehr abhängig vom Wetter und von den Bands.» Und nicht etwa von der Anzahl Besucher. Je mehr Leute, desto weniger kommen mit den Kollektensammlern in Kontakt, meint Rüegg. «Daher ist die Steinberggasse auch das härteste Pflaster, um Spenden zu sammeln.»

«Die Kollekte ist sehr abhängig vom Wetter und von den Bands.»

Viel grosszügiger sind hingegen die Kleinkunst-Besucher des Café Roulotte im Graben. Dort wurde auch dieses Jahr wieder durchschnittlich 7.50 Franken pro Person gespendet. «Die ganze Atmosphäre ist natürlich viel persönlicher», sagt Rüegg. Zudem sei der Altersdurchschnitt höher, dies wirke sich auf das Spendeverhalten aus. Klare Kollektenspitzenwerte erzielten dieses Jahr die Auftritte von Lara Stoll und Knuth und Tucek, beide im Café Roulotte.

Ein Festival für alle

Noch mehr Helfer aufzubieten, kommt für die Musikfestwochen dennoch nicht in Frage. «Wir wollen, dass die Leute die Konzerte geniessen können», so Rüegg. Zudem müssten noch mehr Freiwillige gefunden werden.

Der Grundsatz: «Wir sind ein Festival, an dem alle teilhaben können, auch diejenigen ohne viel Geld.» Schön wäre es, im Durchschnitt fünf Franken einzunehmen, meint Rüegg. «Diejenigen, die verdienen, können es sich sicher auch leisten, ein Nötli einzuwerfen.»

Sind die Winterthurer und ihre Gäste wirklich so geizig oder liegt es an der fehlenden Überzeugungskraft der Spendensammler? Wir haben es getestet und sind am Dienstag auf der Steinberggasse losgezogen. Wer gewonnen hat und ob es tatsächlich so schwierig ist:

Spendensammeln: Anna vs. Till

(Der Landbote)

Erstellt: 15.08.2018, 17:48 Uhr

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