Winterthur

Krankenkassen-Aus betrifft Tausende Versicherte

Die Winterthurer kmu-Krankenversicherung wird 2017 in die ÖKK integriert. Sie ist eine der ältesten Krankenkassen der Schweiz, zuletzt schrieb sie ein Millionendefizit.

Wird bald geschlossen: Der Sitz der kmu-Krankenversicherung beim Lindspitz.

Wird bald geschlossen: Der Sitz der kmu-Krankenversicherung beim Lindspitz. Bild: Marc Dahinden

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Ab dem 1. Januar 2017 wird es die traditionsreiche Winterthurer kmu-Krankenversicherung nicht mehr geben. Die Krankenkasse ÖKK übernimmt alle laufenden Geschäftsaktivitäten und Tausende Kunden von der kmu-Krankenversicherung. Integriert werden auch die 12 Mitarbeiter des Betriebs, die Geschäftsräumlichkeiten beim Lindspitz in Veltheim werden aufgegeben. Die Mitarbeiter ziehen in den Winterthurer ÖKK-Standort um.

Die Krankenkasse gibt es schon seit 180 Jahren. Aktuell versichert sie rund 8000 Personen, mehrheitlich aus dem Kanton Zürich. Zudem hat die kmu-Versicherung mit 50 Firmen aus der Region einen Kollektivvertrag abgeschlossen und gewährt deren Mitarbeitern Rabatte.

Die Krankenkasse macht für das Aus zunehmende gesetzliche Anforderungen verantwortlich. Gerade kleinere Kassen litten unter den hohen administrativen Kosten. Der «Zusammenschluss mit der ÖKK» stehe für eine nachhaltige Weiterentwicklung. Den konkreten Ausschlag gab wohl auch die immer drastischere finanzielle Situation. Zuletzt schrieb die kmu-Versicherung ein Defizit und wies zu wenig Betriebsreserven auf.

Hoher Prämienanstieg möglich

Die Kunden wurden über ihre künftige Prämiensituation im Oktober per Brief informiert. Einzelne von ihnen, mit denen der «Landbote» Kontakt hatte, zeigten sich irritiert über das Vorgehen der kmu-Krankenversicherung. Die Prämien seien bei der ÖKK nun plötzlich um einiges höher als zuvor. Sie bedauern, dass die Kasse mit regionaler Verankerung nun so «sang- und klanglos» untergehe.

Die Kasse bestätigt: Je nach Franchise, Versicherungsmodell, Alter und Wohnort seien Prämienerhöhungen von mehr als zehn Prozent möglich. Das neue Prämienangebot der ÖKK hat aber selbstverständlich keinen zwingenden Charakter. Wie alle anderen Versicherten können die Kunden bis Ende November kündigen und zu einer anderen Kasse wechseln. (Der Landbote)

Erstellt: 18.11.2016, 17:27 Uhr

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