Winterthur

Künzle, Michael – Eintrag gelöscht

Corine Mauch hat einen, Barack Obama sowieso und auch Eishockeyspieler Mike Künzle. Nur der fast gleichnamige Winterthurer Stadtpräsident fehlte bis jetzt in der Internet-Enzyklopädie Wikipedia. Er ist damit im Schweizer Vergleich die Ausnahme.

Googelt sich nicht: Michael Künzle.

Googelt sich nicht: Michael Künzle. Bild: Heinz Diener

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Nach Einwohnern ist Winterthur die Nummer sechs im Land. Nach Lebensqualität, so behauptete es vor kurzem ein Beratungsunternehmen, die Nummer drei. Nach Fläche, lehrt das Geografiebuch, die Nummer zwei. Und betrachtet man nur den Anteil der glücklichen Frauen, dann ist Winterthur gar die Nummer eins. Kurzum: Diese Stadt mischt ganz oben mit in der Schweiz.Umso erstaunlicher ist eine Leerstelle, die sich im Internet findet. Genauer: in der Online-Enzyklopädie Wikipedia, jenem fast allwissenden Kompendium der Internet-Community. Anders als seine Amtskolleginnen und -kollegen der übrigen grossen Städte in der Schweiz hat der Winterthurer Stadtpräsident auf Wikipedia keinen eigenen Eintrag. Ein Schicksal, das Künzle unter den Stadtpräsidenten der zehn grössten Schweizer Städte einzig mit Erich Fehr (SP) teilt, dem Stadtoberhaupt von Biel. Alle anderen Stadtoberen, von Corine Mauch in Zürich bis Alexander Tschäppät in Bern, sind mehr oder weniger vollständig in der Enzyklopädie erfasst. Auch Stephan Roth, Künzles Parteikollege, der in Luzern am Ruder ist.

Künzle suchen und Wohlwend finden

Nicht dass man bei Wikipedia gar nichts finden würde. Wer Mike Künzle eingibt, stösst zuverlässig auf den Eishockey-Crack der ZSC Lions, Jahrgang 1993, Geburtsort Fehraltdorf. Gibt man ganz korrekt Michael Künzle ein, stösst man ganz oben auf den Wikipedia-Eintrag von Ex-Stadtpräsident Ernst Wohlwend (SP). Ausserdem auf die Liste der Stadtpräsidenten von Winterthur und auf den Eulachpark, der einen eigenen Eintrag hat, der den Stadtpräsidenten beiläufig erwähnt.

Zu Michael Künzle (Stadtpräsident von Winterthur) findet sich nur eine Löschmeldung. Unter dem Pseudonym «Gerbil» hat ein Nutzer einen einst existenten Beitrag über den Winterthurer Stadtpräsidenten gelöscht. Löschdatum: 1. November 2013. Anmerkung: «Seiteninhalt war Unsinn.»

Nicht der Typ Stadtpräsident, der sich selber googelt

Auf seine Absenz angesprochen, reagiert der Stadtpräsident überrascht. Er habe davon nichts gewusst. Nein, er sei nicht der Typ, der sich selber google. «Nur vor den Wahlen spielt man etwas mit diesen Dingen», sagt er. Um zu sehen, auf welche Infos potenzielle Unterstützer im Internet stossen. Künzle betreibt zudem eine eigene Seite unter seinem Namen ­(michael-kuenzle.ch), um für sich und seine Politik zu werben. Vor allem im Hinblick auf die Wahlen werde die Seite «à jour» gehalten.

Der Winterthurer Stadtpräsident hat seinen Amtskollegen im Internet allerdings auch etwas voraus: einen eigenen Internet-Parodisten auf Facebook, das Mike-Künzle-Double. Nachzulesen ist das nun übrigens auch bei Wikipedia in einem schönen, ausgewogenen Lexikoneintrag, den der «Landbote» erstellt hat. Die Redaktion findet nämlich: Winterthur gehört in die vorderen Ränge, auch in dieser Kategorie. Mindestens bis zur nächsten Löschung. (Der Landbote)

Erstellt: 19.06.2016, 21:33 Uhr

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