Pensionskasse

Künzle schweigt vorerst zur Pensionierungswelle

Noch nie habe er so viele Pensionierungsschreiben unterzeichnet wie in diesem Herbst, sagte der Stadtpräsident in der Budgetdebatte. Jetzt schweigt er vorerst zu den Zahlen – und aus sehr formellen Gründen.

Nächstes Jahr senkt die Pensionskasse der Stadt Winterthur den Umwandlungssatzt – damit ist für ältere Versicherte die Frühpensionierung attraktiver.

Nächstes Jahr senkt die Pensionskasse der Stadt Winterthur den Umwandlungssatzt – damit ist für ältere Versicherte die Frühpensionierung attraktiver. Bild: Johanna Bossart

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Was harmlos neues Vorsorgemodell heisst, bringt für die Versicherten der Pensionskasse der Stadt Winterthur (PKSW) ab 2020 grössere Einschnitte in ihrer Altersvorsorge. Der Umwandlungssatz sinkt in mehreren Schritten von heute 6 auf dann noch 5 Prozent; der grösste Schritt, minus 0,6 Prozent, erfolgt im ersten Jahr. Die PKSW vollzieht damit mit einiger Verspätung eine Anpassung an die heutigen Zins- und Rentabilitätsrealitäten. Das schafft für die Stadt als Arbeitgeberin aber ein Problem. Denn obwohl die Senkung gestaffelt und von finanziellen Abfederungsmassnahmen begleitet ist, gibt es ältere Versicherte, für die eine Frühpensionierung finanziell attraktiver ist als weitere Arbeitsjahre. So entsteht eine Pensionierungswelle.

Schriftliche Anfrage aus dem Parlament

Auch die Stadt Winterthur ist aktuell mit ungewöhnlich vielen Abgängen von Mitarbeitenden konfrontiert. Das ging am Montag aus einem Votum des Stadtpräsidenten in der zweiten Sitzung der Budgetdebatte hervor. Noch nie habe er so viele Pensionierungsschreiben unterschrieben wie in diesem Herbst, sagte Michael Künzle (CVP). Aber wie schlimm ist die Situation tatsächlich? Der «Landbote» hat beim Stadtpräsidenten gleich am Dienstag nachgefragt, aber keine Antwort erhalten. Weil gleichzeitig auch eine schriftliche Anfrage aus dem Parlament eingegangen sei, gelte es die Beantwortung abzuwarten, lautete die Begründung.

Tatsächlich ist es Usus, dass die Regierung zu Themen schweigt, für die unbeantwortete Vorstösse vorliegen. Das ist sinnvoll, denn die Vorstösse aus dem Parlament sind öffentlich. Könnten Medien daran ihre Anfragen knüpfen, würde dem politischen Prozess vorgegriffen. Hingegen erfolgte die Anfrage des «Landboten» in diesem Fall gleichzeitig und unabhängig vom politischen Prozess. Die Redaktion hat diese Begründung auch der Stadt vorgetragen und darauf aufmerksam gemacht, dass es der Stadtpräsident war, der das Thema lanciert hat, und dass sich daraus ein Anrecht der Öffentlichkeit auf eine Klärung der recht dramatisch beschriebenen Situation ableiten lässt. Die Stadt teilt diese Argumente jedoch nicht. Für die Beantwortung der schriftlichen Anfrage bleiben dem Stadtrat laut Geschäftsordnung des Gemeinderates drei Monate.

Erstellt: 11.12.2019, 16:07 Uhr

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