Lomo

Kürzungsvorschl

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Ich wusste gar nicht, dass der «Landbote» ein neues Layout. Aber letzte Woche ist es mir aufgefallen, weil meine Kolumne gekürzt worden. Das ist für einen geübten Schreiber immer ein bisschen. Weil man sich ja schliesslich angewöhnt hat, die eigenen Texte exakt auf die richtige Länge. Mit den Jahren hat man das nämlich irgendwie verinnerlicht, wie lang so eine Kolumne. Und jetzt soll ich also in Zukunft alles ein bisschen kürzer. Zugegeben, viel ist es ja nicht, was da.

Es sind sogar nur ein paar wenige. Aber mich so einfach auf die neue Länge einstellen, fällt mir trotzdem noch etwas. Das ist halt so, wie bei einem Lied, das man auswendig kann und einem dann plötzlich eine Zeile nicht mehr. Irgendwie stört einen. Soll ich also einfach weiterhin die Texte gleich lang? Und dann der Redaktion: «Kürzt es doch einfach so, wie ihr findet, dass es.» Das wäre für mich zwar einfach, aber wohl doch etwas unfair gegenüber.

Trotzdem weiss das Gegenüber immer, was man sagen.

Und ausserdem besteht da die Gefahr, dass die Redaktion dann ausgerechnet die Pointe. Oder prompt jenes lustige Wort, an dem ich stundenlang. Also wenn, dann besser doch gleich selber Kürzungsvorschläge. Was dann hingegen auch wieder ziemlich aufwendig.

Doch dann ist mir aufgefallen, dass man ja bei Sätzen gar nicht alle Wörter. Das ist in alltäglichen Gesprächen ja auch. Da macht man oft die Sätze gar nicht richtig. Und trotzdem weiss das Gegenüber immer, was man sagen. Auch wenn Leute ins Stocken geraten, dann kommt es doch oft vor, dass dann die andern weiter. Das passiert ganz. Man vervollständigt den Satz kurzerhand im eigenen.

Also hab ich meiner Redaktion mitgeteilt, sie sollen doch bitte in Zukunft einfach bei jedem Satz das letzte Wort. Oder zumindest so lange, bis ich mich an die neue Länge der Kolumne gewöhnt. Und wer weiss, vielleicht spar ich ja mit dieser Methode sogar so viel ein, dass ich in Zukunft auch auf dem engeren Platz sogar noch ausführlichere Lomos schreiben kann als.

Möglicherweise könnte ich so ja ganze Romane in die Zeitung. Indem ich nicht nur die Wörter am Schluss, sondern grad alle Wörter, die sowieso schon alle kennen, einfach. Das wär zum Lesen zwar etwas. Aber es spart. Und auch. In diesem: Weiterhin gute. (Der Landbote)

Erstellt: 06.02.2019, 11:55 Uhr

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