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Leichtfertig und ohne Not

Es ist ein Tritt ins Fettnäpfchen und verletzt die politischen Gepflogenheiten: Der Stadtrat hat gestern entschieden, die Fachstelle für Gleichstellung abzuschaffen. Seit es diese Stelle gibt, war sie immer wieder Zielscheibe bürgerlicher Sparangriffe. Doch sie hielt allen Sturmläufen stand, zwanzig Jahre lang, weil sich im Parlament immer eine Mehrheit für die Gleichberechtigung der Geschlechter aussprach.

Jetzt setzt sich der bürgerliche Stadtrat über den Willen des Gemeinderats hinweg, unvermittelt und ohne Not. Gleichstellung sei heute ein integraler Bestandteil des Personalwesens, begründet er seine Politik. Und ins Personalwesen will er die Ressourcen und das Know-how der Fach­stelle künftig auch verschieben. Das mag in der Sache einleuchten und ist sicher nicht falsch. Aber dasselbe Ziel hätte der Stadtrat auch mit einer leichten Erweiterung der Stellenprofile erreicht – ganz ohne ein Signal, das dem Image einer modernen Stadt Winterthur zuwiderläuft.

Machtdemonstration, Klientelbewirtschaftung oder schlicht Leichtfertigkeit? Über die Beweggründe der bürgerlichen Stadtratsmehrheit kann nur ­spekuliert werden. Klüger wäre es auf jeden Fall gewesen, das Etikett an der Fachstelle zu ­lassen. Dann hätte man auch die Etikette gewahrt.

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