Winterthur

Lidl kübelt die Kochbox

Der Discounter stellt die «Menu Box» ein. 10 Jobs in Winterthur sind betroffen.

Noch vor eineinhalb Jahren präsentierte Lidl-Schweiz stolz sein Konzept einer Kochbox. Ein Flop, wie sich nun herausstellte.

Noch vor eineinhalb Jahren präsentierte Lidl-Schweiz stolz sein Konzept einer Kochbox. Ein Flop, wie sich nun herausstellte. Bild: mas

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Mit viel Tamtam stellte Lidl Schweiz-CEO Georg Kröll im August 2017 seinen neuen Winterthurer Aussenstandort vor: Fernab des Lidl-Hauptquartiers in Weinfelden tüftelten im 14. Stock des Roten Turms elf junge Mitarbeiter in hipper Atmosphäre am ersten Online-Produkt des Discounters.

Dabei wollte Lidl nicht einfach Coop und Migros kopieren, sondern setzte auf einen Service, den sie vom Berliner Start-up Kochzauber übernommen hatten: eine Kochbox voll frischer Zutaten und Rezepte, welche die Kunden zuhause selbst nachkochen konnten. Entwickelt wurden die Rezepte für die Schweizer Kochbox in Winterthur, wo auch eine Testküche zur Verfügung stand.

Wir haben den Lidl-Testköchen im Roten Turm vor einem Jahr über die Schulter geschaut. Video: huy

108 Franken pro Paket

Die Menu Box richtete sich an Kunden, die mit frischen Zutaten kochen wollten, aber keine Zeit fürs Einkaufen oder Rezepte raussuchen aufwenden wollten. Die Box, die man für zwei oder vier Personen bestellen konnte, enthielt alle Zutaten (inklusive Gewürze), die man für die Zubereitung von drei Gerichten brauchte.

Die Familienbox mit Fleischgerichten gab es für 108 Franken, oder 9 Franken pro Person. Wer die Menu Box abonnierte, bekam sie vom Pöstler im Hauseingang oder wahlweise auch am Arbeitsort abgestellt.

Roter Turm bereits geräumt

Mit dem Produkt wollte Lidl «eine sehr breite Bevölkerung ansprechen», so CEO Georg Kröll. Die Erfahrungen in Berlin hätten gezeigt, dass nicht nur Doppelverdiener, sondern auch junge Familien sich für den Lieferdienst interessierten. Dieses Resultat liess sich in der Schweiz nicht wiederholen, per 8. März beendet Lidl wegen «fehlender Zukunftsperspektive» die Zusammenarbeit mit dem Start-up Kochzauber.

Für die 10 Winterthurer Mitarbeiter würden andere Stellen im Unternehmen gesucht, heisst es in der heutigen Medienmitteilung. Das Digitalteam hat den Roten Turm in Winterthur bereits im November verlassen, heisst es bei Lidl.

Noch kürzer als die Menu Box hatte ein Projekt der Konkurrenz durchgehalten. Die Coop-Tochter Betty Bossy brach ihren Versuch des Lieferdienstes «Betty bringt’s» in den Städten Zürich und Winterthur schon im September 2018 ab, nach gut einem halben Jahr. «Wir kamen zum Schluss, dass der Schweizer Markt für diese Dienstleistung noch nicht reif ist», sagt Mediensprecherin Viviane Bühr. (Der Landbote)

Erstellt: 21.02.2019, 18:42 Uhr

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