Winterthur

Lieber im Container zur Schule als per Bus nach Töss

Mittels einer Petition sowie einer dringlichen Interpellation setzen sich Dättnauerinnen und Dättnauer dafür ein, die provisorische Lösung beim Schulhaus Laubegg zu verlängern. Denn der Platz bleibt knapp.

Die Container (links) sollen bald verschwinden.

Die Container (links) sollen bald verschwinden. Bild: Donato Caspari

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Nach den Sommerferien wird der Anbau beim Schulhaus Laubegg eingeweiht. Doch wer denkt, die Schulraumsorgen im Dättnau seien damit vom Tisch, irrt. Viel mehr Zimmer als heute stehen nämlich nicht zur Verfügung, da im Gegenzug die Container ersetzt werden, die seit 2012 die Raumnot überbrücken.

Nun melden sich der Quartierverein Dättnau-Steig sowie die Kreisschulpflege Stadt-Töss zu Wort. Sie fordern, dass die Container trotz Ergänzungsbau stehen bleiben. «Zwar werden nun im August alle Schulklassen ein eigenes Schulzimmer haben, doch längerfristig ist das Platzproblem keineswegs gelöst», sagt Maria Wegelin, Vizepräsidentin des Quartiervereins und Schulpflegerin. Die Schulraumprognosen würden zeigen, dass die Schülerzahlen weiter steigen. So ist auf dem Ziegeleiareal eine Überbauung geplant, die wohl vor allem Familien anlockt.

«Wir sind angesichts dieser Entwicklung der Ansicht, dass es die vernünftigste und günstigste Variante ist, die Container vorläufig beizubehalten»Maria Wegelin, Vizepräsidentin des Quartiervereins und Schulpflegerin

Im Schuljahr 2019/20 wird es im Dättnau 15 Schul- und 6 Kindergartenklassen geben. Ab 2025 sollen es drei Klassen mehr sein. «Wir sind angesichts dieser Entwicklung der Ansicht, dass es die vernünftigste und günstigste Variante ist, die Container vorläufig beizubehalten», sagt Wegelin. Denn Platznot zeichne sich schon jetzt ab: «Ohne Container fehlt den IF- und Daz-Lehrpersonen sowie den Logopäden der dringend benötigte Raum.»

«Eine Notlösung»

Der Quartierverein, aber auch Vertreterinnen und Vertreter der Schule und der Schulpflege haben den Wunsch, die Container zu behalten, beim Departement Schule und Sport deponiert. Doch Stadtrat Jürg Altwegg (Grüne) winkte ab: «Der Bedarf für einen Erweiterungsbau beim Schulhaus Laubegg wurde explizit auch damit begründet, dass die temporären Container ersetzt werden können. Das war auch der Wille des Grossen Gemeinderats», erklärt Altwegg. Zudem seien die Container als Notlösungen installiert worden. «Sie sind nicht für einen längeren Gebrauch vorgesehen. Sie bieten zu wenig Komfort und sind energetisch nicht für längere Zeit zu verantworten.» Zudem würden sie den Aussenraum verkleinern.

Angesprochen auf die Schulraumprognose sagt Altwegg, der Platz werde zwar knapp, sollte aber für die nächsten Jahre gerade ausreichen. Bis dann stehe in Dättnau der Neubau einer zweiten Turnhalle an. «Im Rahmen dieses Baus lässt sich, falls nötig, die Fläche erneut erweitern.»

«Ich finde es unverantwortlich, wenn wir die Raumnot kommen sehen und die bestehenden Container trotzdem abbrechen»Chantal Galladé, zuständige Kreisschulpflegpräsidentin

Der Quartierverein mag dies nicht einfach hinnehmen und will seiner Forderung mit einer Petition Nachdruck verleihen. Es seien schon einige Unterschriften zusammengekommen, auch von Seiten der Schule, sagt Wegelin. Zudem wird das Anliegen am Montag im Gemeinderat ein Thema sein. Vertreterinnen und Vertreter von SVP, CVP, FDP und GLP haben eine dringliche Interpellation eingereicht. Darin sprechen sie ein Szenario an, das Altwegg laut Wegelin auch schon erwähnt hat. Sollte der Schulraum nicht reichen, würden die Kinder per Bus in die Primarschulen nach Töss gefahren. Bei einigen Kindergartenkindern aus Dättnau wird das heute schon gemacht. «In unseren Augen ist das klar die schlechtere Lösung, als die Container länger stehen zu lassen», sagt Wegelin.

Auch die zuständige Kreisschulpflegepräsidentin Chantal Galladé (GLP) unterstützt das Anliegen und hofft auf ein Umdenken: «Ich finde es unverantwortlich, wenn wir die Raumnot kommen sehen und die bestehenden Container trotzdem abbrechen – insbesondere im Hinblick darauf, dass es für die Umsetzung des Lehrplans 21 mehr Gruppenräume braucht.»

Erstellt: 21.06.2019, 16:18 Uhr

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