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Vom Töchterchor zu Grönemeyer

Der Frauenchor ­Wülflingen feiert sein 150-jähriges Bestehen. Zu ­diesem Jubiläum veranstalten die ­singenden Frauen einen ­Konzertabend mit ­einem ehrgeizigen Programm.

Der Frauenchor Wülflingen probt im reformierten Kirchgemeindehaus für das Jubiläumskonzert.
Der Frauenchor Wülflingen probt im reformierten Kirchgemeindehaus für das Jubiläumskonzert.
Madeleine Schoder

Sie lachen, die beiden Frauen. Doris Coray, die Präsidentin des Frauenchors Wülflingen und die PR-Verantwortliche Angelica Albizzati sitzen im Garten eines Wülflinger Reihenhauses. Sie freuen sich auf die Jubiläumsfeier ihres Frauenchors. Obwohl sie sich viel vorgenommen haben. «Vermutlich sind wir recht mutig. Wir treten mit 25 neuen Liedern auf», sagt Coray, und Albizzati: «Das wird ein riesiges Programm». Die beiden machen den Eindruck, als ob singen die Welt für die Menschen heller, ihre Aufgaben leichter macht.

Singen in der Küche

Coray stammt aus Bayern. Sie ist eines von sechs Kindern . Die Eltern hatte kein Geld für Instrumente: Coray sagt: «So haben wir halt gesungen. Bei Albizzati lief es ein wenig anders: «Wir hatten keine Spülmaschine. So haben ich und meine drei Schwestern eben beim Geschirrspülen gesungen. So ging es einfacher», sagt sie. Ihre Eltern waren allerdings auf eine musikalische Bildung der Kinder bedacht: «Wir mussten Instrumente spielen und hatten sogar einen Haus-Chor».

Mit Schwalt erneuerte der Chor seinen Musikstil. «Bis vor fünf Jahren haben wir viel Klassik gesungen», sagt Albizzati. Coray dazu: «Auch nach 150 Jahren sind wir noch immer offen für Neues.» Inzwischen reicht das Repertoire vom mazedonischen Volkslied bis zu Swing, von Kirchenlieder zu Pop. Für das Jubiläum wagen sich auch an Herbert Grönemeier, der mit einer herben Männerstimme singt.

Früher der Töchterchor

Die derzeit Ältesten im Chor sind 81. Es gab laut Coray schon Frauen, die sechzig Jahre lang dabei waren. «Sie haben dann viele Geschichten erzählt», sagt Coray: «Zum Beispiel hiessen wir bis 1931 noch Töchterchor.» Frauen durften früher nur mitmachen, bis sie heirateten. Für verheiratete Frauen war es unschicklich, am Abend allein wegzugehen. In späteren Jahrzehnten machten sich die Sängerinnen für den Chorabend schick und zogen ihre besten Kleider an. Das alles hat sich längst geändert. Aber etwas ist seit mindestens 20 Jahren gleich geblieben: «Der Donnerstagabend, unserer Probeabend, ist uns heilig», sagt Coray. Singen tut eben einfach gut. «Man ist danach geistig aufgepumpt und körperlich angenehm müde», sagen beide Frauen.

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