Wirtschaft

Made in Winterthur ist wieder gefragt

Fast wie in alten Zeiten: Die Exportfirmen aus der Region vermelden Wachstumszahlen. Kistler steigert den Umsatz sogar um 18 Prozent. Autoneum legt ebenfalls zu.

Rekordumsatz für Kistler: der Sensorenhersteller steht exemplarisch für die brummende Winterthurer Wirtschaft.

Rekordumsatz für Kistler: der Sensorenhersteller steht exemplarisch für die brummende Winterthurer Wirtschaft. Bild: Heinz Diener

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Die Exportindustrie erstarkt wieder. Firmen aus der Region, die vor allem fürs Ausland produzieren, vermelden ein gutes Jahr 2017 und haben volle Auftrags­bücher. Die Wirtschaft hat den Euro-Franken-Schock vom Januar 2015 unterdessen weggesteckt ­– und profitiert nun vom besseren Eurokurs. Paradebeispiel für diese Entwicklung ist der Wülflinger Sensorenhersteller Kistler.

Er vermeldet einen Jahresumsatz für 2017 von 422 Millionen Franken, 18 Prozent mehr als im Vorjahr. Und die Firma will weiter wachsen. Weiterhin gilt das Ziel, 500 Millionen Umsatz bis ins Jahr 2020 zu erreichen. CEO Rolf Sonderegger sagt sogar: «Wir hoffen, diese Marke früher erreichen zu können.»

«Das globale Wirtschaftsumfeld ist so gut, dass es für uns fast eine Verpflichtung ist, gute Wachstumszahlen zu erzielen.»
Rolf Sonderegger, 
CEO von Kistler

Für 2018 rechnet Kistler mit über 460 Millionen Umsatz. Dass die Firma, die vor allem Sensoren für die Autoindustrie produziert, so stark wächst sei nicht erstaunlich, sagt Sonderegger: «Das globale Wirtschaftsumfeld ist so gut, dass es für uns fast eine Verpflichtung ist, gute Wachstumszahlen zu erzielen.»

Kistler beschäftigt nun weltweit 1860 Angestellte, rund 630 davon in Wülflingen. Auch wenn die Firma international aufgestellt ist, profitiert der Standort Winterthur, von neuen Arbeitsplätzen und Investitionen: Für 6,6 Millionen Franken wurden 2017 hier neue Produktionsanlagen angeschafft. Zudem profitiert die Stadt auch steuertechnisch: 2,4 Millionen Franken lieferte Kistler laut Sonderegger im Jahr 2017 an die Stadtkasse ab.

Gleichzeitig übt Sonderegger grundsätzliche Kritik, im «politischen Umfeld» herrsche «leider nicht nur wirtschaftliche Kompetenz» vor. «Von der Wirtschaft wird gefordert, dass sie Arbeitsplätze schafft, gleichzeitig will die links-grüne Seite immer neue Vorschriften einführen.» Dadurch würden die Rahmenbedingungen nicht einfacher.

Stellen bleiben unbesetzt

Eine der grössten Herausforderungen sieht Sonderegger im Fachkräftemangel. Bei Kistler sind aktuell 201 Stellen unbesetzt, 48 davon in Winterthur. «Es ist ein regelrechter ‹War for Talents› im Gang», sagt Sonderegger. Zum Mangel an Spezialisten sei neu auch noch ein Mangel an qualifiziertem Produktionspersonal hinzugekommen.

Auch der Autozulieferer Autoneum konnte 2017 leicht zulegen (siehe Box). Von der guten Exportlage profitieren auch Zulieferunternehmen wie etwa Verpackungsfirmen.

(bä/dt/gu)

Erstellt: 23.01.2018, 18:32 Uhr

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Zwar ist Autoneum eine der wichtigsten Winterthurer Industriefirmen – weil die Firma mit Sitz im Schlosstal bei Töss aber hier nicht produziert, profitiert sie nicht wie Exportfirmen von den günstigen Frankenkursen.

Das Unternehmen zählt zu den wenigen grossen börsenkotierten Betrieben der Stadt. Gestern vermeldete es für 2017 eine ­Zunahme der Verkäufe um 2,3 Prozent; man erreichte die Marke von 2,2 Milliarden Franken. Das Wachstum entspricht ungefähr dem Wachstum der weltweiten Automobilproduktion, das mit rund zwei Prozent angegeben wird (aktuelle Jahresproduktion von etwa 95 Millionen Autos).

Am Hauptsitz in Winterthur nahm die Belegschaft seit der Trennung von Rieter 2011 zu; zuletzt wurde ein Personalbestand von 220 Personen angegeben. Der global aufgestellte Konzern mit weltweit 11 000 Mitarbeitern produziert Wärme- und Lärmdämmungen und beliefert viele bekannte Hersteller; die grössten Umsatzanteile entfallen auf Ford, Honda und BMW.

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