Winterthur

Marketingschlacht zum Fahrplanwechsel

Der Fahrplanwechsel am 9. Dezember bringt nicht nur Verbesserungen im öffentlichen Verkehr, sondern auch einen beispiellosen Werbeaufwand. Man wolle Autofahrer zum Umsteigen motivieren, erklärt der zuständige Stadtrat.

Stefan Fritschi über die Verkehrspolitik des Stadtrates. Video: mcl

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Wer mit dem Zug von Winterthur nach Zürich fahren will, braucht künftig eigentlich keinen Fahrplan mehr zu konsultieren. Denn mit dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember wird der Takt so dicht, dass man am HB alle paar Minuten einen Anschluss in die Kantonshauptstadt hat.

Stadtrat Stefan Fritschi (FDP) trug dieses Beispiel am Dienstagmorgen vor Vertretern der Politik und der Medien vor, um die Vorteile und Dimensionen des Fahrplanwechsels zu verdeutlichen. Mit dem Wechsel wird die letzte Etappe der vierten Teilergänzung des S-Bahn-Netzes abgeschlossen –«der wichtigste Ausbauschritt seit der Gründung des Zürcher Verkehrsverbundes im Jahr 1990», wie Fritschi sagte.

Auf 9 Gewinner 1 Verlierer

Die Umstellungen im Dezember sind tatsächlich weitreichend. Stadtbus-Direktor Thomas Nideröst brauchte eine halbe Stunde, um nur die wichtigsten Änderungen vorzustellen.

Eigentlich alles werde neu, sagte er. 80 Prozent der Abfahrtszeiten würden sich ändern, 30 Prozent mehr Anschlüsse werde es geben. Neun von zehn Passagieren würden von Änderungen wie Taktverdichtungen, neuen Linienführungen und längeren Betriebszeiten profitieren. Einer von zehn habe das Nachsehen.

Radiospots für Autofahrer

Um die Passagiere über die Änderungen möglichst lückenlos ins Bild zu setzen, plant Stadtbus eine in Winterthur bisher beispiellose Informationskampagne. Seit Dienstag zirkulieren zwei Busse als mobile Werbeflächen in der Stadt, darin finden Passagiere einen Faltprospekt, der die Änderungen nach Quartieren und Gemeinden geordnet erklärt.

«Winterthur hat Verkehrsprobleme; wir müssen die Leute zum Umsteigen bewegen.»Stefan Fritschi

Das ist aber erst der Anfang. Auch eine Plakatkampagne und einen Postversand wird es geben, und im September acht öffentliche Informationsveranstaltungen in der Stadt und der Region, den Auftakt macht am 5. September der Stadtteil Seen.

Nebst den analogen Massnahmen setzt Stadtbus zudem auf seine Internetseite (stadt.winterthur.ch/stadtbus). Dort werden heute schon die neuen Linien erklärt. Ab dem 15. November sollen dann die exakten Fahrzeiten und Anschlüsse abrufbar sein.

Mit Radio-Spots zielt Stadtbus auf Autofahrer und insbesondre Berufspendler. Es ist die Gruppe Verkehrsteilnehmer, die man zum Umsteigen auf den öffentlichen Verkehr animieren möchte. Das sei, neben der allgemeinen Informationspflicht, der Grund für die grossen Werbeanstrengungen, sagte Stadtrat Stefan Fritschi. «Winterthur hat Verkehrsprobleme; wir müssen die Leute zum Umsteigen bewegen.» Und der neue Fahrplan biete dazu eine Chance.

Flankierende Massnahmen

Was sich Stadtbus die Kampagne kosten lässt, liess Fritschi offen: «Die Zahl ist noch nicht kommuniziert.» Die Ausgaben seien aber mit dem ZVV abgesprochen, der in der Finanzierung des öffentlichen Verkehrs entscheidet und auch die Mittel zuteilt.

Auf Nachfrage räumte Fritschi ein, dass es auch flankierende Massnahmen nötig seien, um Autofahrer zum Umstieg zu bewegen, wie etwa eine konsequente Busbevorzugung oder eine zurückhaltende Bewilligung von Parkplätzen im Bauverfahren. «Der Hauptanreiz soll aber ein gutes ÖV-Angebot sein.»

Als Ziel hat sich Stadtbus einen Zuwachs von 1,5 Millionen Passagieren pro Jahr gesetzt. Mit einer Anlaufzeit von zwei Jahren. Das wären über 4000 zusätzliche ÖV-Passagiere pro Tag.

(Landbote)

Erstellt: 21.08.2018, 16:56 Uhr

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