Niederfeld

Mehrverkehr vom Zentrum weglenken

Mehr Gewerbe, mehr Wohnungen: Die Stadt wächst in Wülflingen weiter in die Fläche. Damit Lastwagen und Autos direkt auf die Autobahn fahren, erhält die Wieshofstrasse eine neue Kurve.

Die Wieshofstrasse (auf der der Traktor fährt), soll künftig in die Wässerwiesenstrasse führen (wohin der Lastwagen einbiegt). Geradeaus ins Dorf gilt dann Tempo 30.Foto: M. Dahinden

Die Wieshofstrasse (auf der der Traktor fährt), soll künftig in die Wässerwiesenstrasse führen (wohin der Lastwagen einbiegt). Geradeaus ins Dorf gilt dann Tempo 30.Foto: M. Dahinden

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In der Euelwies wird gebaut. Es entstehen neue Gewerbeliegenschaften wie die von Evobus, einem Tochterunternehmen von Daimler. Im markanten Neubau, der schon bald fertiggestellt ist, wird die Firma Stadt- Überland- und Reisebusse warten. Andere Liegenschaften im Niederfeld werden umgenutzt oder es sind in die Gebäude bereits neue Mieter eingezogen.

Mit dem Gewerbe wächst auch der Verkehr aus dem Niederfeld in Richtung Wülflinger Dorfzentrum. Auf der Wieshofstrasse verkehrten laut dem Baudepartement der Stadt bisher zur Spitzenzeit – von 17 und 18 Uhr – zwischen 800 und 900 Fahrzeuge. «Künftig wird ein Wachstum von 0,5 Prozent pro Jahr erwartet», sagt Mathias Rosskopf vom Baudepartement. Vor allem tagsüber werde der Verkehr zunehmen. Ausserdem würden sich die täglichen Spitzenzeiten «in der Tendenz» verlängern.

Damit der bestehende Verkehr und der erwartete Mehrverkehr nicht ins Zentrum von Wülflingen fährt, baut die Stadt die Kreuzung von Wieshofstrasse und Wässerwiesenstrasse um. «Der Verkehr soll möglichst direkt auf die Autobahn geleitet werden», sagt Rosskopf. Heute sei die Kreuzung unübersichtlich, mit einer Stopp-Signalisaton versehen und mit Sichtspiegeln ausgerüstet. Neu wird die Wieshofstrasse in einer breiten Kurve in die Wässerwiesenstrasse geführt. Aus dem Niederfeld oder von Töss her kommende Lastwagen und Autos sollen dieser Kurve folgen und in Richtung Autobahn A1 fahren.

BVK baut ganz gross

In Richtung Dorfzentrum wird auf der Wieshofstrasse Tempo 30 gelten. Für die übrige Wieshofstrasse und die Wässerwiesenstrasse plant die Stadt keine Änderung. «Es wird weiterhin Tempo 50 signalisiert sein», sagt Rosskopf. Die Einführung von Tempo 30 sei auf den beiden Strassen nicht vorgesehen.

Die Kreuzung von Wieshofstrasse und Wässerwiesenstrasse zu einer Kurve umzubauen, genügt als Massnahme jedoch nicht. Dies weil gleich nebenan - auf dem rund 2,5 Hektaren grossen Areal zwischen der Kreuzung und der Autobahn A1 – die Pensionskasse des Kantons Zürich, die BVK, eine ganz grosse Überbauung erstellt. Geplant sind 112 Wohnungen, ein Wohn- und Pflegezentrum mit 87 Betten und eine Kindertagesstätte. Die vorbereitenden Arbeiten für die «Gartenhof» genannte Überbauung sind schon länger im Gang. Der Grundstein wird nächste Woche gelegt.

Landerwerb und Einsprache

Das grosse Bauprojekte der BVK sei, zusammen mit weiteren Bauprojekten in dem Gebiet, Auslöser für verschiedene Planungen und Projekte der Stadt gewesen, sagt Rosskopf vom Baudepartement. Die Einzelheiten sind in einem Vertrag zwischen Stadt und BVK geregelt. Drei Bushaltestellen müssen verschoben oder umgebaut werden, über die Wieshofstrasse wird ein zusätzlicher Fussgängerstreifen gebaut und entlang der Wieshof- und der Wässerwiesenstrasse werden Radstreifen gezeichnet. Ausserdem müssen Strom-, Wasser- und Abwasserleitungen verlegt werden. Die Stadt rechnet mit Ausgaben von 2,9 Millionen Franken, über die teilweise der Grosse Gemeinderat entscheiden wird.

Warum nicht gleich, fragt sich Pro Velo Winterthur und spricht von einem «Schildbürgerstreich»
Im Zuge des Umbaus der Kreuzung von Wieshof- und Wässerwiesenstrasse (siehe Haupttext) wird auch die Kreuzung von Wässerwiesen- und Eulachstrasse umgebaut. Gegen die von der Stadt vorgeschlagene Lösung hat Pro Velo Winterthur Einsprache erhoben. Die Organisation stört sich an einer Trottoirüberfahrt, die Velos holpern lässt und die bei den Bauarbeiten nicht angepasst werden soll. Entlang der Eulach führe schon heute eine beliebte Veloroute, die mittelfristig zur Veloschnellroute bis in die Hard ausgebaut werden soll, sagt Kurt Egli von Pro Velo. «Es ist für uns unverständlich, dass man trotz umfangreicher Bauarbeiten unnötige Hindernisse nicht beseitigt.» Wenn die Bagger sowieso schon auffahren würden, sei es kein Problem, im Bereich der Einmündung des Veloweges auch die störende Trottoirüberfahrt zu entfernen. «Spätestens beim Ausbau zur Schnellroute muss hier nachgebessert werden – der jetzige Verzicht wäre ein Schildbürgerstreich und eine Verschleuderung von Steuergeldern», sagt Egli.
Die Stadt bestätigt den Eingang der Einsprache. Das Baudepartement werde mit Pro Velo das Gespräch suchen, sagt Mathias Rosskopf. Bis zum Abschluss des Verfahrens könne er sich zur Einsprache nicht äussern(dh)

Für die Umgestaltung der Kreuzung von Wieshof- und Wässerwiesenstrasse muss die Stadt Land auch von privaten Grundeigentümern kaufen. «Der Landerwerb konnte mit allen Grundeigentümern einvernehmlich geregelt werden», sagt Rosskopf. Zu einem Teilprojekt allerdings ging eine Einsprache ein. Im Zuge der Arbeiten wird auch die Kreuzung von Wässerwiesen- und Eulachstrasse angepasst. Mit der vorgeschlagenen Lösung ist Pro Velo nicht einverstanden (siehe Kasten).

Erstellt: 15.11.2019, 15:09 Uhr

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