Sterne über Winterthur

Merkur vor der Sonne

Der Merkur wandert im November vor der Sonne vorbei und die Sommersternformationen verschwinden langsam Richtung Westen.

Im Jahr 2016 geisterte der sonnennahe Merkur das letzte Mal über die Sonnenscheibe. Foto: Sternwarte Eschenberg

Im Jahr 2016 geisterte der sonnennahe Merkur das letzte Mal über die Sonnenscheibe. Foto: Sternwarte Eschenberg

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Am 11. November kommt es wieder mal zu einem sogenannten Merkur-Transit: Von 13.35 bis 16.20 Uhr geistert der sonnennächste Planet als winzig kleines schwarzes Pünktchen vor der Sonnenscheibe vorbei. Beobachtbar ist dieses rare Himmelsschauspiel bis zum schon recht frühen Sonnenuntergang nur mit Fernrohren, die aber unbedingt mit einem leistungsfähigen Schutzfilter vor dem Objektiv ausgerüstet sein müssen. – Die Sternwarte Eschenberg organisert bei gutem Wetter ab 13.30 Uhr eine öffentliche Sonderführung.

Dank der Zeitumstellung kann man an den kommenden Abenden schon wieder früh in die Sterne gucken. Am 29. November kommt es tief am südwestlichen Abendhimmel zu einer hübschen Konstellation: Der schmale Sichelmond wird links von der Venus und rechts vom Jupiter begleitet. Am besten startet man mit der Beobachtung dieser spektakulären Begegnung in der noch hellen Abenddämmerung. Und auch ein Feldstecher leistet bei diesem frühabendlichen Himmelsausflug gute Dienste. Wichtig ist zudem ein Beobachtungsstandort mit möglichst tiefem Horizont in Richtung Südwesten.

Die Sommerformationen verschwinden langsam

Von den Planeten ist einzig Saturn noch in halbwegs brauchbarer Beobachtungsposition. Venus und Jupiter haben an den Abenden vom 22.bis zum 25. November tief am südwestlichen Abendhimmel eine nahe Begegnung, doch es gilt dasselbe wie oben beim Rendez-vous mit dem Mond angemerkt.

Der abendliche Sternenhimmel zeigt derweil immer deutlicher winterliche Züge. Die letzten Sommerformationen hängen schon tief am Westhimmel und haben im Süden Platz gemacht für die klassischen Herbststernbilder rund um das Sternenviereck des Pegasus. Im sternarmen Süden tummeln sich die lichtschwachen Formationen der mit dem Wasser verbundenen Figuren Walfisch, Fische und Wassermann.

Doch diese ohnehin nicht sonderlich auffallenden Konstellation werden aus dem östlichen Himmelsraum zunehmend bedrängt durch den Fuhrmann, den Stier und die nachfolgenden Zwillinge. Doch blickbeherrschend bleibt am späteren Abend der Himmelsjäger Orion im Südosten mit seinen sieben markanten Sternen. Noch fehlen im winterlichen Sternenkranz mit dem Sirius und dem Procyon noch die beiden «Hundsterne». Wer ihren Aufgang auch noch erleben will, wartet doch einfach bis kurz vor Mitternacht. Und dann ist das sternkundliche Winter-Feeling komplett.

Erstellt: 12.11.2019, 10:59 Uhr

Markus Griesser Der Autor ist ehrenamtlicher Leiter und Mitbegründer der Sternwarte Eschenberg.

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