Justiz

Mutmassliche Diebesbande steht vor Gericht

Drei Männer und eine Frau sollen im grossen Stil Waren gestohlen und Autos ausgeräumt haben - auch mit Hilfe eines Störsenders. In einem Fall kam es zu einer abenteuerlichen Verfolgungsjagd.

Szene der halsbrecherischen Flucht vor zwei Jahren: Damals wurde einer der Georgier verhaftet.
Video: Polizei Basel-Landschaft, Keystone/SDA

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Ab Dienstag findet im Winterthurer Bezirksgericht ein mehrtägiger Prozess gegen vier georgische Staatsbürger statt. Es handelt sich um eine Frau und drei Männer, zwischen 20 und 50 Jahre alt. Die Zürcher Staatsanwaltschaft II für organisierte Kriminalität ist überzeugt, dass das Quartett eine kriminelle Bande bildet. Deshalb sitzen sie derzeit auch verteilt in vier verschiedenen Zürcher Gefängnissen.

Über Monate hinweg sollen sie sich im Jahr 2017 immer wieder zu Diebstahltouren und Einbrüchen getroffen haben, in der ganzen Schweiz und auch wiederholt in der Stadt und Region Winterthur. Sie hatten mehrere Wohnungen angemietet, eine davon in Rorbas.

Spektakuläre Jagd

Wie die mutmassliche Bande aufflog, geht aus den Akten nicht im Detail hervor. Auch nicht, wie lange das Quartett unter Beobachtung stand. Klar ist nur, dass im Laufe der Ermittlungen geheime Überwachungsmassnahmen zum Einsatz kamen.

Ein Mitglied wurde spektakulär verhaftet: Im Kanton Basel-Land fielen Polizisten Ende 2017 zwei Männer in einem Auto auf. Diese entzogen sich der Kontrolle und setzten zu einer gefährlichen Flucht an. In einem Tunnel kam es während eines Überholmanövers beinahe zu einem Zusammenstoss mit einem unbeteiligten Fahrzeug.Das Auto stoppte schliesslich und ein Mann aus Georgien wurde festgenommen, der andere konnte damals noch flüchten.

Ein Jammer im Parkhaus

Die Staatsanwaltschaft fordert unbedingte Freiheitsstrafen von 3,5 bis 4,5 Jahren und für alle vier einen Landesverweis von sieben Jahren. Konkret werden ihnen Dutzende Delikte vorgeworfen.

Für rund 30'000 Franken sollen sie Ladendiebstähle getätigt haben. Laut Anklageschrift klauten sie unter anderem Rasierklingen und Kosmetika und verhökerten die Ware in Holland an einen mutmasslichen Hehler. In wechselnder Zusammensetzung soll es zudem zu diversen Einbruchdiebstählen gekommen sein. Der Deliktswert in diesen Fällen: 35'000 Franken.

Alle vier sollen zudem regelmässig in Fahrzeuge eingebrochen haben, dazu gingen sie immer gleich vor. Zuerst hielten sie in einem öffentlichen Parkhaus Ausschau nach Autos, in denen sie wertvolle Waren vermuteten. Wenn die Opfer ihre Autos verliessen, setzten die Beschuldigten laut Anklageschrift einen Störsender ein, um das elektronische Verriegeln des Fahrzeugs zu verhindern. Falls die Betroffenen nichts merkten, konnten sie sich anschliessend in alle Ruhe um den Inhalt des Autos kümmern. Solche Störsender, auch Jammer genannt, sind in der Schweiz erst seit dem letzten Jahr ganz verboten. Mit ihnen lassen sich grundsätzlich auch Alarm- und Ortungssysteme oder der Mobilfunk stören. Die mit Hilfe des Störsenders aus den Autos geklauten Waren hatten einen Wert von gut 29'000 Franken.

Die vier Verteidiger der Beschuldigten plädieren jeweils auf geringere Freiheitsstrafen. Für den Prozess sind drei Verhandlungstage angesetzt.

Erstellt: 10.09.2019, 13:52 Uhr

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