Deutweg

Nach Brand: Schritt für Schritt zum neuen Sportpark

Nach dem Brand in einem Materiallager bei der Sportanlage Deutweg, wird nun auch das Wohnhaus nebenan abgerissen. Nun beginnen die Planspiele, wie man die neu gewonnene Fläche nutzen könnte.

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Verkohlte Schläger, verschmorte, verbrannte Trikots: Für den Cricket-Club Winterthur und die Footballer der Warriors war der 17. August vor einem Jahr ein echter Schock. Ihr Materiallager – eine an ein ehemaliges Bauernhaus angebaute Scheune, brannte komplett aus. Tags darauf wurden deren Reste wegen akuter Einsturzgefahr abgerissen. Das Haus nebenan wurde gesichert, war aber nicht mehr länger bewohnbar.

Der Brand am Deutweg im vergangenen August. Video: Archiv hit/far

Nun wird das dreigeschossige Haus abgerissen, das hat der Stadtrat beschlossen. Die Liegenschaft am Oberen Deutweg 29 gehört der Stadt und hätte in den nächsten Jahren ohnehin den Plänen des Sportamts weichen müssen, die Sportanlage Deutweg aus- und umzubauen. Zusammengefasst mit dem neuen Sportcenter Win4 sollen Eishalle, Leichtathletik-Stadion und die verschiedenen Trainingsplätze nämlich zu einem zusammenhängenden «Sportpark» verschmelzen.

Um diesen Schritt für Schritt zu entwickeln, hat das Sportamt in einem «Masterplan» die letzten Flächen ausgemacht, auf denen sich noch bauen liesse. Dazu gehört unter anderem das Vereinshaus des FC Tössfeld neben der Mechatronik Schule an der Hörnlistrasse, wo neue Garderoben gebaut werden sollen.

«Lieber zwei neue Trainer»

Ähnlich wird es wohl beim Oberen Deutweg 29 sein, der in der Zone für öffentliche Bauten liegt. Zum Handkuss kämen bei einem möglichen mehrstöckigen Neubau womöglich die Schwinger. Deren Anlage hält gemäss Sportamtchef Dave Mischler keine zehn Jahre mehr: «Oben die Garderoben, unten die Schwinger, so könnte die Aufteilung in einem Neubau aussehen.»

Beim Schwingklub Winterthur reagiert man etwas erstaunt auf die Idee. Man trainiere unter einfachen, aber akzeptablen Bedingungen. Was fehle, sei ein Kraftraum, und wie in fast jedem Verein – Helfer und Trainer. Martin Truninger, der Präsident des Vereins, meint deshalb: «Lieber als eine neue Halle wären mir zwei zusätzliche Trainer.»


«Die öffentlichen gratis Sportangebote werden sehr gut genutzt. Wir werden sie auf keinen Fall abbauen, sondern im Gegenteil, wenn, dann modernisieren»

Dennoch: In den nächsten Jahren könnte bereits gebaut werden. Erst muss aber ein Gesamtkonzept für das rund 7500 Quadratmeter grosse Teilstück am Rande des Deutwegs erarbeitet werden. Dort stehen heute unter anderem zwei Tennisplätze, zwei kleine Fussballplätze, drei Beachfelder für Volleyball und eines für Soccer, die frei zugänglich sind.

«Diese öffentlichen gratis Sportangebote werden sehr gut genutzt. Wir werden sie auf keinen Fall abbauen, sondern im Gegenteil, wenn, dann modernisieren», sagt Mischler.

Vorerst bleiben die neu gewonnenen rund 850 Quadratmeter Brachland. Der Stadrat rechnet mit 170 000 Franken für den Abbruch des Hauses. Die Gebäudeversicherung des Kantons Zürich hat die Stadt mit 471 000 Franken entschädigt.

Wie es zum Brand kam, bleibt unklar. Die Polizei geht von fahrlässigem Handeln aus. Zwei Bewohnern konnte die Stadt eine Wohn- Alternative bis anfangs 2019 anbieten, eine Mietpartei wurde selbstständig fündig.

Wovon echte Krieger träumen

Die Winterthur Warriors sind beim Brand im letzten Sommer nochmals mit einem blauen Auge davon gekommen. Dank Sponsoring-Aktionen und die Unterstützung der Behörden, konnten die Warriors «normal» und pünktlich in die Saison starten. Das Sportamt hatte einerseits das Geld für neues Material vorgeschossen und drei Container-Boxen als provisorische Materiallager aufgestellt.

Wünsche für die Zukunft habe die Warriors laut ihrem PR-Verantwortlichen vor allem zwei: Einen Kunstrasenplatz für wetterunabhängiges Training – auf dem Sportplatz Talgut an der Hörnlistrasse ist ein solcher in Planung – zweitens, dass die erste Mannschaft für ihre Spiele künftig auf der Schützenwiese auflaufen darf, in einem echten Stadion und vor einer Kulisse mit fast 1000 Zuschauern, statt heute 600.

(Der Landbote)

Erstellt: 19.07.2018, 08:31 Uhr

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