Watt d’Or

Nationale Ehrung für Energieprojekte aus Winterthur

Preise gibts für einen E-Lastwagen, eine Orchideenzucht und ein Bakterium. Der Bund zeichnet Winterthurer Projekte mit dem Energiepreis Watt d'Or aus.

Das Elektro-Sammelfahrzeug der Winterthurer Firma Futuricum.

Das Elektro-Sammelfahrzeug der Winterthurer Firma Futuricum. Bild: PD

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Seit 2007 vergibt das Bundesamt für Energie den Schweizer Energiepreis mit dem Namen Watt d’Or. Als Anerkennung gibts kein Geld, aber die Gewissheit, auf dem richtigen Weg zu sein. Für die diesjährige Verleihung waren 45 Bewerbungen eingegangen, 19 schafften es in die Endrunde, und fünf werden am Donnerstag von der Jurypräsidentin Pascale Bruderer als Siegerprojekte in vier Kategorien gekürt. Zwei Mal wird die frühere Aargauer SP-Ständerätin dabei das Wort «Winterthur» in den Mund nehmen.

Elektro-Kehrichtwagen bereits im Einsatz

In der Kategorie Energieeffiziente Mobilität geht einer von zwei Preisen an die Winterthurer Firma Designwerk, die 2019 ihren Elektro-Kehrichtwagen Futuricum bis zur Serienreife entwickelt hat. In Thun, Lausanne und andernorts laden Futuricum-Fahrzeuge bereits den Abfall auf, Winterthur steht auf der Bestellerliste ganz oben. Der «Landbote» hat schon mehrfach über die Erfolgsgeschichte berichtet. Die batteriebetriebenen Fahrzeuge sind zwar noch doppelt so teuer wie herkömmliche Diesellastwagen, aber sie sind leiser, sauberer, sparsamer im Energieverbrauch und im Betrieb rund 80 Prozent günstiger.

Einen «Watt d’Or»-Preis gibts auch für eine Winterthurer Entwicklung im Bereich Energietechnologie. Institute der ZHAW sowie die Winterthurer (und Ossinger) Klima-/Lüftungsfirma Schmid Hutter AG waren an dieser Entwicklung beteiligt, die ein Orchideen-Gewächshaus in Wangen bei Dübendorf heizt. Dank eines innovativen Verteilsystems, so die Erklärung der Fachleute, würden «die Pflanztische mit den Orchideen punktgenau klimatisiert, und nicht mehr das gesamte Gewächshaus». Speziell daran: In einem thermochemischen Netz wird nicht Energie transportiert, sondern ein «chemisches Potenzial in Form einer konzentrierten Salzlösung». Dort, wo die Energie benötigt wird, wird aus der Salzlösung Wärme oder Kälte gewonnen. Die Orchideenzucht von Hanspeter Meyer in Wangen produziere schon seit Jahren klimaneutral, heisst es im Beschrieb.

Das furzende Urbakterium

Die übrigen Energiepreise gehen an die Viktor Meili AG in Schübelbach (Elektro-Kommunalfahrzeuge), an die ETH (Energienetz Campus Hönggerberg) und an die Regio Energie Solothurn. Dort wird laut den Unterlagen ein furzendes Urbakterium namens Archie in einem Hybridwerk eingesetzt, um aus Wasserstoff und CO2 Biomethan zu machen. Dieses brennbare Gas wird ins Erdgasnetz eingespeist. Archie helfe dem Publikum, «die komplexen technischen Prozesse besser zu verstehen» (mgm)

Erstellt: 08.01.2020, 16:45 Uhr

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