Winterthur

Nespresso möchte kein Bargeld mehr

Im Shop am Bahnhof ­akzeptiert man nur noch ­Kartenzahlung. ­Begründet wird dies mit der schlechten Sicherheitslage.

Keine Barzahlung: Wenn man im Nespresso-Store am HB Kaffeekapseln kauft, wird Cash zurückgewiesen.

Keine Barzahlung: Wenn man im Nespresso-Store am HB Kaffeekapseln kauft, wird Cash zurückgewiesen. Bild: Madeleine Schoder

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«Keine Barzahlung»: Mit diesem Schildchen an der Kasse irritierte der Nespresso-Store am Hauptbahnhof Kunden, die ihre Einkäufe mit Banknoten oder Münz bezahlen wollten.

Am Montag wurde das Schild ausgetauscht – «Bezahlung vorzugsweise mit Karten», heisst es jetzt –, doch die Verkäufer akzeptieren teilweise weiterhin kein Bargeld. Man ­habe strikte Weisung, heisst es.

«Am Abend gibt es oft unangenehme Vorfälle mit Betrunkenen.»Mitarbeiter der Nespresso­-­ ­Filiale am Bahnhof

Kunden, die im Geschäft in der Einkaufspassage Stadttor oft nur wenige Kapseln kaufen und entsprechend tiefe Beträge bezahlen, reagieren mit Verwunderung und Ärger auf das Bargeldverbot.

Wie Mitarbeiter der Filiale berichten, will man kein Cash annehmen, weil der kleine Store nicht denselben Sicherheitsstandard erreiche wie andere Geschäfte. Vor allem am Wochenende abends komme es immer wieder zu unangenehmen Vorfällen mit betrunkenen Jugendlichen, wes­halb man froh sein, wenn sich kein Bargeld im Laden befindet. Das diene der Sicherheit der Angestellten und auch der Kunden.

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Mediensprecherin redet von Missverständnissen

Eine Konzern­sprecherin von Nespresso teilt dagegen auf Anfrage mit: «Die Filiale am Bahnhof Winterthur akzeptiert beide ­Zahlungsmittel, Bargeld und Karten. Falls Bargeldzahlungen verweigert wurden, waren dies Missverständnisse, die uns sehr leid tun.»

Bereits vor Jahresfrist wurde über die Zurück­weisung von Bargeld in dem Pop-up-Store berichtet. Damals hiess es auf der Medienstelle, man könne «in der temporären Boutique aus Sicherheitsgründen und wegen einem fehlenden Backoffice» kein Bargeld entgegennehmen.

Auch in der Basler Bahnhofshalle wies Nespresso vor drei Jahren Barzahlungen ab, wie die Basler Zeitung berichtete. Am Winterthurer HB steht der Konzern offenbar alleine da. Wie eine kleine Umfrage zeigt, ist Cash überall willkommen.

Auch bei Läden mit hohen Tages­umsätzen wie der Bahnhofsapotheke und der Confiserie Sprüngli heisst es, man ­akzeptiere «selbstverständlich» alle gängigen Zahlungsmittel. Stadtpolizei-Sprecher Adrian Feubli spricht von einer un­veränderten Sicherheitslage am Bahnhof in den letzten Monaten: «Wir haben unser Einsatz­dispositiv nicht verändert.»

Zürcher Café lehnt Bargeld aus hygienischen Gründen ab

Diskussionen löste im Frühling in Zürich auch die Bäckerei Buchmann aus, als sie in einer neu eröffneten Cafeteria bei der ETH von Anfang an Bargeld abwies. Anders als bei Nespresso in Winterthur argumentierte der Geschäftsführer dort, die Kartenzahlung erspare dem Betrieb aufwändige Schlussabrechnungen und gewährleiste zudem eine bessere Hygiene, weil das Verkaufspersonal nebst den Back­waren nicht auch das Bargeld der Kunden berühren müsse.

Wie eine Studie der Nationalbank kürzlich zeigte, ist trotz des Trends zur Kartenzahlung in der Schweiz Bargeld weiter sehr beliebt. 70 Prozent der Transaktionen werden demzufolge in bar getätigt, durchschnittlich 135 Franken Cash trägt der Schweizer mit sich herum. Vor allem bei kleinen Summen wird im Münzfach des Portemonnaies gekramt – sofern Münz denn vom Verkäufer akzeptiert wird.

(Der Landbote)

Erstellt: 10.10.2018, 17:35 Uhr

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