Winterthur

Neuer kaufmännischer Leiter fürs Filmfestival

Nach sechs Jahren verlässt Remo Longhi als kaufmännischer Leiter die Winterthurer Kurzfilmtage. Am Sonntagabend ist sein Nachfolger bekannt gegeben worden – kein Unbekannter.

Stefan Dobler (Zweiter von links) ist der neue kaufmännische Leiter der Kurzfilmtage Winterthur. Ihm applaudieren der künstlerische Leiter John Canciani (rechts aussen) und Remo Longhi, der abtretende kaufmännische Leiter. Rechts von Dobler steht Vorstandspräsidentin Katrin Gygax.

Stefan Dobler (Zweiter von links) ist der neue kaufmännische Leiter der Kurzfilmtage Winterthur. Ihm applaudieren der künstlerische Leiter John Canciani (rechts aussen) und Remo Longhi, der abtretende kaufmännische Leiter. Rechts von Dobler steht Vorstandspräsidentin Katrin Gygax. Bild: Enzo Lopardo

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Er werde das Publikum durch den «Wald der Preise führen», sagte der Moderator zu Beginn der gut einstündigen Verleihung. Gemeint waren die gestern Sonntagabend im Theater Winterthur verliehenen Preise der 22. Internationalen Kurzfilmtage.

War der Einstieg mit dem Wald ein Hinweis auf den besten Schweizer Kurzfilm? Die Auszeichnung gewann Gabriel Böhmer mit seinem Animationsfilm «The Flood Is Coming». Ein Eremit im Wald versucht, sich Noah-ähnlich auf eine Flut vorzubereiten. Doch dabei wird er von einem lauten Nachbarn abgelenkt. Der holzschnittartige, animierte Kurzfilm des in Zürich Geborenen dauert 8 Minuten und 54 Sekunden.

Im Film geht es um die wachsende Sorge um den Zustand der Natur und den Platz des Menschen darin. Die Jury beschreibt den Film als eine «zeitgenössische Fabel, in der ein neues Universum aus berauschenden Bildern und Klang geschaffen wird». Das Preisgeld für Böhmer beträgt 10'000 Franken, insgesamt beurteilte die Jury 18 Filme in dieser Kategorie. Der Standard sei «wirklich hoch» gewesen, hiess es aus der Jury. Dementsprechend schwierig sei die Wahl des Gewinners gewesen. «Sehr, sehr überrascht» zeigte sich Böhmer über den gewonnenen Preis.

«Nicht festivaltauglich»

Am Internationalen Wettbewerb nahmen 35 Kurzfilme teil, den Hauptpreis von 12'000 Franken gewann Adnan Softi? mit «Bigger than Life». Er habe vergeblich um Filmförderungsbeiträge ersucht, erzählte der Gewinner in seiner Laudatio. Die Begründung sei gewesen, dass dieser Film «nicht festivaltauglich» sei. Dass er nun diesen Preis gewann, sei für ihn eine «grosse Genugtuung». Der in dieser Gruppe mit 10'000 Franken ausgestattete Förderpreis ging an «A Room with a Coconut View» von Tulapop Saenjaroen. Ein Tourist wünscht sich ein Zimmer mit Meerblick – mit Sea View also. Was er dann allerdings bekommt, ist nur eine Aussicht auf Kokospalmen – mit Coconut View also. Den Publikumspreis über 10 000 Franken gewannMeryam Joobeur mit «Brotherhood».

An den sechstägigen Winterthurer Kurzfilmtagen gab es 17'000 Eintritte. Insgesamt wurden 250 Kurzfilme gezeigt. Die Länge eines solchen Filmes ist übrigens nicht festgelegt, er dauert aber in der Regel weniger als 30 Minuten. Über 650 Gäste aus der nationalen und internationalen Kurzfilmbranche tauschten sich an dem Winterthurer Festival aus. Wie inspirierend dies gewesen sei, das wurde am gestrigen Abend immer wieder betont.

«Tendenz zum Tüpflischisser»

Auch eine Neuigkeit gab es gestern Sonntag zu verkünden: Remo Longhi tritt nach sechs Jahren als kaufmännischer Leiter der Winterthurer Kurzfilmtage ab. In seine Fussstapfen tritt Stefan Dobler, der aktuell für die Helferkoordination zuständig ist und schon seit neun Jahren bei den Winterthurer Kurzfilmtagen mitarbeitet. Katrin Gygax, Präsidentin des Vorstands, lobte Lon­ghis Arbeit. Es seien «sechs ausgesprochen erfolgreiche Jahre» gewesen. Longhi habe das Festival besser vernetzt, die Abläufe hinterfragt und gestrafft. Er habe dafür gesorgt, dass es nach 22 Jahren «fast erwachsen wurde». Seine «Tendenz zum Tüpflischisser» habe sich ausbezahlt, sagte Gygax. (Landbote)

Erstellt: 12.11.2018, 09:02 Uhr

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