Winterthur

Neues Abenteuer tief unter der Erde

Der Geheimgang 188 bietet am Lagerplatz zwei Befreiuungsspiele für Gruppen. Nun entwickeln die Gründer ein drittes Spiel — es versetzt in einen Bergwerkstollen. Diesen nachzubilden, erwies sich jedoch als schwieriger als gedacht.

Miro Hintermüller und Cédric Holenstein bereiten für das neue Spiel einen Raum vor, in dem viel Elektronik versteckt werden muss. Foto: Marc Dahinden

Miro Hintermüller und Cédric Holenstein bereiten für das neue Spiel einen Raum vor, in dem viel Elektronik versteckt werden muss. Foto: Marc Dahinden

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Es hämmert und heult im Untergrund des Gebäudes am Lagerplatz 2. Folgt man den Geräuschen, gelangt man zu einer Baustelle. Zwei junge Männer sind daran, Bretter zuzuschneiden.

Miro Hintermüller und Cédric Holenstein, die Gründer von «Geheimgang 188», sind mitten in den Bauarbeiten für ihr drittes Escape-Spiel.

Drei Räume müssen dafür hergerichtet werden.Im ersten finden sich Hinweise auf das Thema des neuen Spiels. In der Ecke steht eine Lore, Gitter hängen an der Wand, schummriges Licht erleuchtet den Raum. Es entsteht ein Bergwerkstollen. Das Wichtigste fehlt allerdings noch.

Die Wände müssen alle noch mit einem Material verkleidet werden, das Stein imitieren soll, damit sich die Spieler wirklich wie in einer Grotte fühlen. «Das war eine der härtesten Knacknüsse in unserer Planung», sagt Miro Hintermüller, «denn wir brauchen ein Material das stabil, aber nicht zu schwer ist und auch noch echt wirkt.»

Monatelang habe die Suche gedauert. «Schliesslich kamen wir darauf, dass die Nagra für ihre Wanderausstellung ebenfalls Stein simuliert hatte.» Und so kam der Kontakt zu TPC zustande, der Firma, die für das Schweizer Fernsehen Inhalte produziert.

Lange Recherchen

Auch einen Schienentransportwagen für Schüttgut zu finden, im Fachjargon Lore genannt, war ein schwieriges Unterfangen. «Ich habe lange recherchiert und kam schliesslich mit dem Feldbahnverein Otelfingen in Kontakt, der uns eine Lore verkaufen konnte», sagt Cédric Holenstein.

«Wir fanden das Bergwerk-Thema toll, doch die Material-Beschaffung war herausfordernder als gedacht.»

Für die Beiden kommt es nicht in Frage, bei der Einrichtung Kompromisse zu machen. «Die Kulisse soll echt wirken.» Die Schwierigkeit sei, dass sie für ihre Spiele jeweils Gegenstände oder Materialien benötigten, die sonst kaum jemand brauche. «Die Lore zum Beispiel muss funktionstüchtig sein, eine Attrappe kommt daher nicht in Frage. Sie muss aber nicht hunderte Meter fahren können und darf auch nicht zu teuer sein.»

Miro Hintermüller räumt ein, die Gestaltung der Räume habe sich schwieriger gestaltet als erwartet. «Wir fanden das Bergwerk-Thema toll, doch die Material-Beschaffung war herausfordernder als gedacht.»

Facebook-Fans bestimmten

Das Thema Bergwerk haben die beiden nicht alleine festgelegt. Sie liessen ihre Facebook-Community über das Thema des Spiels entscheiden. Zur Auswahl standen eine Pharaonengruft und eben das Bergwerk. Die Mehrheit entscheid sich für letzteres.

Der Weg von der Idee zum fertigen Raum ist lang. «Wir planen seit eineinhalb Jahren und mussten schon einigen Hürden überwinden.» So zeigte sich, dass die bestehende Raumaufteilung nicht geeignet war, unter anderem aus feuerpolizeilichen Gründen. Es muss stets von überall her ein Fluchtweg verfügbar sein. Es brauchte deshalb einen Umbau und folglich eine Baubewilligung.

Doch bevor sich die Beiden an den Umbau machen konnten, mussten sie eine passende Story entwickeln. «Wir wollen keine losen Rätsel aneinanderreihen. Bei uns erleben die Besuchenden immer eine Geschichte», erklärt Miro Hintermüller. Mehr sei an dieser Stelle noch nicht verraten. Nur ein Detail: Auf ihrer Flucht landen die Spieler unter anderem im Büro des Bergwerkleiters.

Rätsel in Raum verstecken

Ist die Geschichte erdacht, geht es darum, Rätsel auszutüfteln. Denn manche Rätsel müssen im Umbauprozess bereits berücksichtigt werden. «In einem Raum steckt beispielsweise viel Elektronik für die Rätsel. Diese müssen wir verstecken, bevor wir den Raum fertig einrichten können», sagt Cédric Holenstein.

Die Rätsel ersinnen die beiden alle selber. «Wir würden nie Rätsel kopieren.» Inspiration hole man sich bei anderen Spielen aber durchaus: «Wir sehen bei anderen etwa , welche Arten von Rätseln noch möglich wären.»

Bevor der Raum von Spielern in Beschlag genommen werden kann, wird er von verschiedenen Gruppen getestet. «Es muss alles zuverlässig funktionieren», sagt Miro Hintermüller. Man könne aber von den bisher gemachten Erfahrungen profitieren: «Wir wissen inzwischen, welches potenzielle Stolpersteine sind.»

Ein Eröffnungsdatum für das neue Spiel gibt es noch nicht. Die beiden rechnen aber damit, dass das Spiel auch dank der Unterstützung zahlreicher Freunde beim Umbau in zwei bis drei Monaten bereit sein wird.

Gäste wollen weiterrätseln

Dass sich die Gründer für ein drittes Spiel entschieden haben, liegt nicht zuletzt an der Nachfrage der Gäste. Viele haben die bestehenden Spiele schon absolviert. «Wir wurden oft bestürmt, wann das nächste Spiel komme.»

Zudem können dank drei Spielen künftig Buchungen von grösseren Gruppen entgegen genommen werden. Pro Raum sind maximal sechs Spieler zugelassen. Doch vor allem ist es für die Tüftler ein persönliches Abenteuer: «Ein neues Spiel zu kreieren, ist das Lässigste überhaupt.»

Das dritte Spiel richtet sich nicht an eine bestimmte Zielgruppe. «Die Idee ist, dass jedes Spiel von jeder Alters- und Interessengruppe absolviert werden kann.» Aber man habe versucht, das Spiel so zu gestalten, dass auch Anfänger Erfolgserlebnisse hätten. Zudem unterscheide es sich klar von den bisherigen Spielen, «Auf Sherlocks Spuren» und «Sonderkommando Meteor».

Bekannt ist, was der Rätselspass kosten wird. Wie bei den anderen Spielen fallen zwischen 30 und 50 Franken pro Person an, pro Gruppe à 6 Personen maximal 180 Franken.

(Der Landbote)

Erstellt: 22.01.2019, 18:06 Uhr

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