Winterthur

Neues Veloparking auf dem Dach statt unterirdisch

Der Stadtrat will auf dem Esse-Areal weitere Veloparkplätze schaffen. Dafür verwirft er die Idee einer Velostation an der Rudolf-/Pausstrasse.

Blick auf das Esse-Areal, auf dem das SBB-Logistikgebäude LEA mit Veloplätzen auf dem Dach entstehen soll.

Blick auf das Esse-Areal, auf dem das SBB-Logistikgebäude LEA mit Veloplätzen auf dem Dach entstehen soll. Bild: Enzo Lopardo

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Die Zahl der Veloparkplätze im Bereich des Hauptbahnhofs ist knapp. Der Stadtrat sei sich dieses Problems bewusst und suche nach Lösungen, sagt Baustadträtin Christa Meier (SP). Eine davon präsentierte der Stadtrat gestern. Er will auf dem Esse-Areal 580 zusätzliche Velo-Abstellplätze schaffen. «Wir kamen auf diesen Standort, weil wir stets versuchen, Synergien mit SBB-Projekten zu finden», sagt Meier.

Und die SBB haben vor, das bisherige Gebäude auf dem Esse-Areal abzureissen und ein Logistikzentrum für den gesamten Bahnhof und die neue Personenunterführung zu erstellen; das so genannte Projekt LEA. Auf dem Dach des Gebäudes beabsichtigt der Stadtrat ein oberridisches, gedecktes Veloparking zu errichten. Um weiter planen zu können, beantragt er dem Gemeinderat einen Projektierungskredit von 500 000 Franken.

13 000 Franken pro Platz sind zu viel

Im Gegenzug will der Stadtrat darauf verzichten, das Projekt einer Velostation an der Rudolf-/Paulstrasse weiter zu verfolgen. Der Grosse Gemeinderat hatte 2014 mit dem indirekten Gegenvorschlag zur Volksinitiative «Endlich genügend Veloparkplätze am Hauptbahnhof» den Stadtrat aufgefordert, zusätzlich zur Velostation Rudolfstrasse eine weitere neue Velostation an der Rudolf-/Paulstrasse mit 600 bis 800 Plätzen zu planen, um ab 2020 neue Plätze zu schaffen.

«Es entstehen weniger Veloparkplätze als vorgesehen. Wir erwarten, dass dies kompensiert wird.»Felix Steger,
Co-Präsident SP und Gemeinderat

Der Stadtrat kommt nun jedoch zum Schluss, dass diese Velostation nicht zweckmässig umsetzbar wäre. «Weil die Personenunterführung auf der Höhe Paulstrasse von den SBB in absehbarer Zeit nicht ausgebaut wird, lassen sich anders als bei der Velostation Rudolfstrasse keine Synergien nutzen», sagt Meier. Würde die Stadt die Velostation in Eigenregie realisieren, beliefen sich die Kosten auf 8,6 Millionen Franken oder 13 000 Franken pro Abstellplatz. Das sei zu teuer.

Die neuen Veloabstellplätze sollen weniger als die Hälfte kosten. Der Stadtrat schätzt die Kosten auf rund 3,2 Millionen Franken, wobei er davon ausgeht, dass rund 1,3 Millionen aus dem Agglomerationsprogramm 2 des Bundes finanziert werden.

Die Plätze könnten ab 2022 benutzt werden

Ein weiterer Vorteil der Plätze auf dem Esse-Areal wäre, dass man sie bereits in vier Jahren in Betrieb nehmen könnte. Anders als bei einer Velostation würden diese Plätze laut Meier aber weder betreut noch bewirtschaftet.

Erschlossen wird das Veloparking von Norden her. Zwischen der Logistikstation und dem Gleisfeld ist eine rund drei Meter breite Fuss- und Veloverbindung vorgesehen.

Neues Veloparking

Die Initiative «Endlich genügend Veloparkplätze am Hauptbahnhof» war 2014 von der SP eingereicht worden. Nachdem der indirekte Gegenvorschlag des Gemeinderats vorlag, zogen die Initianten sie zurück.

Mit dem neuen Vorschlag kann die SP gut leben. «Wir sind erfreut, dass der Stadtrat nun endlich vorwärts macht und eine rasche Lösung anstrebt, mehr Veloparkplätze zu bauen. Die Argumente, die gegen eine unterirdische Station sprechen, finden wir schlüssig», sagt Felix Steger, SP-Co-Präsident und Gemeinderat.

Fragezeichen setzt er jedoch bei der Anzahl von 580 Plätzen. «Dies sind deutlich weniger als die bis zu 800 Plätze in der ursprünglichen Vorgabe. Da haben wir schon die Erwartung, dass dies kompensiert wird.» Im regionalen Richtplan ist eine Zielgrösse von 7200 Veloabstellplätzen um den Bahnhof festgehalten. Im Juli 2018 standen laut der SP erst 4100 zur Verfügung.

Der Stadtrat sei weiter bemüht, zusätzliche Plätze zu schaffen, sagt Stadträtin Meier, wenn immer möglich solche, die sich mit andern Projekten umsetzen liessen. «Wir wissen, dass es noch nicht reicht.»

(Der Landbote)

Erstellt: 07.09.2018, 16:26 Uhr

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