Winterthur

Noch ein Vorschlag fürs Obertor

Es gibt viele Ideen, was mit dem Obertorareal geschehen soll, wenn die Polizei auszieht. Nun kommt eine weitere hinzu.

Was passiert mit dem städtischen Areal beim Obertor, wenn die Polizei auszieht?

Was passiert mit dem städtischen Areal beim Obertor, wenn die Polizei auszieht? Bild: mad

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Die Aufsichtskommission befasst sich derzeit mit der Initiative «Obertor: Boden behalten, Winterthur gestalten». Die Initiative des Mieterverbands, des Bewohnervereins Altstadt sowie der Parteien SP, Grüne und AL verlangt, dass das Polizeiareal in städtischem Eigentum bleibt und gemischt und gemeinnützig genutzt wird. Zudem soll mindestens die Hälfte der Flächen nach dem Prinzip der Kostenmiete vermietet werden.

Der Stadtrat hat der Initiative bereits einen Gegenvorschlag gegenübergestellt. Nun will die GLP einen zweiten in die Diskussion einbringen. Dies ist laut Gemeinderatsschreiber Marc Bernhard möglich. Letztlich müsse der Gemeinderat entscheiden, ob er die Initiative oder einen Gegenvorschlag unterstützen oder ob er einen eigenen Vorschlag machen wolle.

Positives vereinen

Der Vorschlag der GLP sieht wie Initiative und Gegenvorschlag vor, dass das Obertorareal im Besitz der Stadt bleibt. Darüber hinaus hat man laut Gemeinderat Urs Glättli (GLP) versucht, die positiven Punkte von Initiative und Gegenvorschlag zu vereinen.

«Wir wollen, dass der Gemeinderat mitbestimmen kann.»

Die Initiative sei zu allgemein formuliert – und, was die Kostenmiete betreffe, «zu ausschliesslich». Der stadträtliche Gegenvorschlag sei grundsätzlich interessant, weil er den Perimeter erweitere, also weitere Liegenschaften ausserhalb des Polizeiareals in die Planung einbeziehe. Er ermögliche jedoch zu viel Spielraum, gerade für Wohnungen im Hochpreissegment.

Die GLP will, dass von den zur Verfügung stehenden Geschossflächen im erweiterten Perimeter mindestens ein Drittel nach dem Prinzip der Kostenmiete vergeben wird, und zwar primär für gewerbliche oder kulturell-ideelle Projekte oder für Start-ups. Auch Wohnen auf dem Areal soll denkbar sein, primär für Familien. Die Idee eines Bades ist laut Glättli ebenfalls noch denkbar, sofern sich ein Investor finden lässt und eine ganzjährige Nutzung möglich ist.

Weiter schlägt die GLP vor, dass die Vorlage zwingend einen öffentlichen Gestaltungsplan des Parlaments enthält. «Wir wollen, dass der Gemeinderat mitbestimmen kann.» Ansonsten habe der Stadtrat zu viel Spielraum.

Glättli ist zuversichtlich, dass der GLP-Vorschlag, der eine Brücke baue, im Rat eine Mehrheit finde: «Wir haben den Vorschlag in Rücksprache mit dem Initiativkomitee bereinigt.»

«Nahe bei der Initiative»

Katharina Gander (AL) vom Initiativkomitee formuliert etwas anders: «Die GLP hat den Vorschlag gemeinsam mit dem Initiativkomitee ausgearbeitet. Dabei gab es auch Diskussionen – aber im Sinne einer konstruktiven Lösung haben wir uns gefunden.» Dass die GLP den Inhalt nun als eigene Idee präsentiere, sei ein wenig befremdlich. «Man merkt, dass Wahlkampf ist.»

Der Vorschlag liege nahe bei der Initiative. So seien Eigentum, Kostenmiete und gemischte Nutzung ebenfalls verankert. «Uns war klar, dass die Initiative offen formuliert ist und noch vieles definiert werden muss.» Gander kann sich vorstellen, dass das Komitee die Initiative zurückzieht, wenn seine Anliegen nach der Diskussion im Gemeinderat im Gegenvorschlag enthalten sind. (red)

Erstellt: 22.02.2019, 16:36 Uhr

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