Winterthur

Noch keine definitive Lösung

Dank dem Einsatz von Eltern werden Kindergartenkinder beim Strassenübergang an der Schlosstalstrasse nun wieder begleitet, und zwar von einem Zivildienstleistendender Schule. Eine Lösung, die noch niemanden zufriedenstellt.

Der Winterthurer Lotsen-Streit geht in eine neue Runde.

Der Winterthurer Lotsen-Streit geht in eine neue Runde.

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1200 Winterthurer Kinder durften diese Woche erstmals in den Kindergarten. Viele sind erst vier Jahre alt – müssen aber bereits einen mehr oder weniger stark befahrenen Schulweg bewältigen.

Trotzdem hat die Stadt in den letzten Jahren das Angebot an Lotsendiensten stark reduziert. Einerseits aus Spargründen, aber auch, weil man die Übergänge für genügend sicher hielt.

Entscheid nicht akzeptiert

Eltern aus dem Rebwiesenquartier in Töss wollten den Wegfall ihres Lotsenpostens jedoch nicht akzeptieren. Zu gefährlich sei die Überquerung des Fussgängerstreifens beim Kindergarten an der Schlosstalstrasse für die Kleinsten. Vor den Sommerferien konnten sie einen Sieg erringen.

«Wir Eltern sind froh, dass nun jemand dort steht»

Die Stadt erklärte sich bereit, von der Beratungsstelle für Unfallverhütung ein unabhängiges Gutachten erstellen zu lassen und dieses zu akzeptieren. Das Gutachten besagt, dass vier- und fünfjährige Schulpflichtige noch nicht in der Lage sind, eine Strasse mit 8000 Fahrzeugen pro Tag alleine zu überqueren. Der inzwischen abgetretene Schulpflegepräsident Felix Müller versprach eine Lösung nach den Ferien.

Tatsächlich werden die Kinder am entsprechenden Übergang seit Montag wieder über die Strasse begleitet, und zwar von einem Zivildienstleistenden der Schule Rebwiesen, welcher von der Stadtpolizei instruiert wurde. «Wir Eltern sind froh, dass nun jemand dort steht», sagt Merdija Zulji, die beim Elternrat Rebwiesen für die Schulwegsicherheit zuständig ist.

Aber ganz zufrieden ist sie mit der Lösung noch nicht. «Es ist eine Übergangs­lösung. Der Zivi hätte eigentlich anders eingesetzt werden sollen. Wir wünschen uns fixe Lotsen oder eine bauliche Massnahme. Wir bleiben dran.»

Auch die neue Schulpflegepräsidentin Chantal Galladé (SP) sagt, sie sei mit dieser Notmassnahme nicht glücklich. «Ich arbeite mit Hochdruck an einer brauchbaren, dauerhaften Lösung.» Sie wolle das Thema unbedingt in der Zentralschulpflege aufs Tapet bringen. «Es braucht einen gesamtstädtischen Ansatz.»

Stadtrat Jürg Altwegg (Grüne), der auch Präsident der Zentralschulpflege ist, findet ebenfalls, das Thema müsse diskutiertwerden. «Die Zentralschulpflege wird sich Ende September mit der Schulwegsicherheit befassen.»

Korrekten Zustand herstellen

Während bisher stets die Stadtpolizei bestimmte, wo es Lotsen braucht, hat die Stadt nun diesen Bereich den Kreisschulpflegen übertragen, wie in der Volksschulverordnung vorgesehen. «Wir wollen die historisch gewachsene Ausgangslage in den korrekten Zustand überführen», sagte Stadträtin und Polizeivorsteherin Barbara Günthard-Maier (FDP) dazu.

Altwegg bestätigt, dass es nun an den Kreisschulpflegen liegt, Massnahmen anzuordnen. Diese durchzuführen, könne aber in der Verantwortung anderer Departemente liegen. Klar ist, dass die Kosten künftig vom Schulbudget finanziert werden müssen.

Obwohl es auf Stadtgebiet weitere unbewachte, heikle Strassenübergänge gibt, hat auf Schulbeginn bisher keine weitere Kreisschulpflege zusätzliche Massnahmen beantragt. Allerdings haben die neuen Präsidentinnen und Präsidenten in drei von vier Kreisen ihre Arbeit auch erst am Montag aufgenommen.

Bei fünf Übergängen stehen noch Schulweghilfen im Einsatz, die von früher beibehalten wurden. Es sind dies:

  • Tösstalstrasse, Höhe Schleife
  • Breitestrasse/Turmstrasse
  • Lindenplatz
  • Lindstrasse, Kindergarten
  • Frauenfelderstrasse/Talackerstrasse

In den ersten Wochen des Schuljahrs ist überdies die Stadtpolizei verstärkt in den Quartieren präsent. (Der Landbote)

Erstellt: 22.08.2018, 09:35 Uhr

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