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Nur noch 300 Millionen

Warum die Familie Heuberger in der Liste der 300 reichsten Schweizer plötzlich 200 Millionen Franken weniger besitzt.

Günter Heuberger legt wenig Wert auf die Rangliste der Reichsten in der «Bilanz».
Günter Heuberger legt wenig Wert auf die Rangliste der Reichsten in der «Bilanz».
dc

Das Wörtchen «nur» mag in diesem Zusammenhang nicht ganz passend sein, aber trotzdem: Nur noch 250 bis 300 Millionen Franken gross ist das Vermögen der Familie Heuberger gemäss der Rangliste der «Bilanz». Das Wirtschaftsmagazin listet jedes Jahr die 300 reichsten Schweizer auf. Aus Winterthurer Sicht ist diesmal interessant: Die Heubergers werden mit einem Minus von 200 Millionen Franken auf Platz sieben der grössten Absteiger des Jahres aufgeführt.

Grosse Investitionen, aber keine Probleme

Das Vermögen fast halbiert? Muss man sich um die Heubergers und um die Immobilienfirma Siska Sorgen machen? «Keineswegs», sagt Firmenchef Günter Heuberger. «Die Geschäfte gehen ihren üblichen Lauf.» Die Siska habe im Moment einen grossen Investitionsbedarf, unter anderem weil die Einkaufszentren Neuwiesen und Illuster renoviert werden. «Wir investieren in den nächsten fünf Jahren insgesamt 250 Millionen in die Erneuerung unserer Immobilien», erklärt Heuberger. Doch das gehöre zum Geschäft.

«Mir ist diese Liste nicht so wichtig.»

Günter Heuberger, Immobilien- und Medienunternehmer

Günter Heuberger, der neben der Siska-Gruppe auch die Top-Medien leitet, spielt die Bedeutung der «Bilanz»-Rangliste herunter. «Mir ist diese Liste nicht so wichtig.» Als sein Vater noch verantwortlich gewesen sei, habe man das jeweils noch höher bewertet. Für die jetzige Generation sei nicht so entscheidend, welche Zahlen das Wirtschaftsmagazin für diese Tabelle verwende.

Gerne etwas bescheidener

Aus diesen Bemerkungen entstand beim «Landboten» der Eindruck, die 250 bis 300 Millionen seien von der «Bilanz» einfach geschätzt. «Nein, diese Zahl ist von Günter Heuberger so bestätigt worden», erklärt hingegen Stefan Lüscher, der für die «Bilanz» die Liste der Reichsten seit Jahren zusammenstellt. Ein Mitarbeiter habe habe vor einiger Zeit mehrmals Einsicht in Geschäftsdokumente erhalten. Dieses Jahr habe man den Text zum Gegenlesen an Günter Heuberger geschickt. «Dieser korrigierte die Zahl nach unten, mit dem Vermerk man wolle lieber etwas bescheidener dastehen», sagt Lüscher.

Das passt zum neuen Auftreten der Familie Heuberger. Während der mittlerweile 95-jährige Firmengründer Robert auf die Zahl in der «goldenen Bilanz» stolz war, stapelt der Sohn und jetzige Firmenchef Günter (63) lieber tief. Wobei er offensichtlich nicht damit rechnete, dass er mit seiner neuen Selbsteinschätzung auf der Verlierer-Rangliste auf einem Spitzenplatz landet. «Ich hatte die alten Zahlen nicht vor mir, als ich mit der ‹Bilanz› Kontakt hatte», erklärt Günter Heuberger auf nochmaliges Nachfragen. Was immerhin belegt: Wie viele Millionen in dieser Liste aufgeführt werden, ist ihm tatsächlich nicht so wichtig.

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