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Parkplatzfrust beim Kantonsspital

Immer weniger KSW-Mitarbeiter haben einen Parkplatz zur Verfügung. Das führt intern zu grossem Ärger, bis hin zu Kündigungen.

Unter dem ehemaligen Grossparkplatz, der nun neu bebaut wird, kommt dereinst eine Tiefgarage zu liegen – allerdings erst 2021.
Unter dem ehemaligen Grossparkplatz, der nun neu bebaut wird, kommt dereinst eine Tiefgarage zu liegen – allerdings erst 2021.
Marc Dahinden

Momentaufnahme von der Rückseite des Kantonsspitals gestern Freitagmorgen: Die wenigen Parkplätze an der Brauerstrasse sind voll besetzt, von der Haldenstrasse her kommend staut sich gar eine kleine Kolonne. Zudem fällt auf: Der Suchverkehr ist allgemein gross in den Strassen rund ums KSW – eine Belastung für das kinderreiche Quartier.Es herrscht Parkplatznot beim Spital, geschuldet ist dies dem kürzlichen Baubeginn des Ersatzneubaus «Didymos».

350 Millionen Franken kosten der Neubau und der Abriss des Hochhauses. Das Projekt soll 2021 beendet sein, bis dahin stehen deutlich weniger Parkplätze zur Verfügung, für die Besucher und auch fürs Personal. Seit der Grossparkplatz vor dem Haupteingang umgebaut wird, weichen die Angestellten zwar auf das aufgestockte Parkhaus bei den Zuggleisen und auf ein kleineres Provisorium aus, doch die Plätze reichen nicht.

Kriterien verschärft

In den letzten Wochen regelte das KSW deshalb sein Parkierungsregime neu. Viele Mitarbeiter haben ihren Anspruch auf einen eigenen Parkplatz verloren. Den 3400 Mitarbeitern standen bis anhin knapp 400 Parkplätze zur Verfügung. Wie viele es jetzt sind, konnte man beim Spital gestern nicht beziffern, es dürften wohl mehrere Dutzend weniger sein.

Wer Spät-, Früh- oder gar Nachtdienst leisten muss ist aufs Auto angewiesen.

Für viele Angestellte ist dies ein grosser Ärger. Wer Spät-, Früh- oder gar Nachtdienst leisten muss, und davon gibt es beim medizinischen Personal nicht wenige, ist unter Umständen aufs Auto angewiesen. Ebenso, wer etwas weiter weg wohnt.

Diese Faktoren wurden auch schon bisher bei der Parkplatzzuteilung berücksichtigt, doch nun wurden die Kritierien verschärft. Nicht mehr alle mit komplizierten Dienstzeiten haben auch Anrecht auf einen Parkplatz. Über die genauen Bedingungen gab die Medienstelle gestern keine Auskunft. Da verschiedene Faktoren eine Rolle spielen, sei die Situation differenziert zu betrachten. Und ohnehin würden «Härtefälle einzeln geprüft». Dennoch räumt Pressesprecher André Haas ein: «Die Parkplatzvergabe ist weniger grosszügig, und bei den Kriterien gab es eine klare Verschärfung.»

Bis zu neun Franken pro Tag

Beim Personal sorgen die Massnahmen teilweise für böses Blut. Denn schon bis anhin war die Parkplatzfrage stets der grösste Kritikpunkt bei KSW-Mitarbeiterbefragungen. Gewöhnt hat man sich mittlerweile daran, dass die Parkplätze nicht gratis sind: Bis zu neun Franken beträgt der Tagestarif.

Der «Landbote» hat im Zusammenhang mit den Verschärfungen von Kündigungen erfahren. André Haas bestätigt, es seien ihm «bis zwei Fälle bekannt», bei denen Mitarbeitende neben anderen Gründen den Verlust der Parkberechtigung als Kündigungsrund angegeben hatten.

Die Parkplatzvorgaben stammen von der kantonalen Baudirektion. Und geht es nach dem Kanton, wird sich die Situation auch künftig nicht entschärfen. 2021 wird zwar unter dem bisherigen Grossparkplatz eine neue Tiefgarage eingeweiht, der prozentuale Anteil für Mitarbeiterplätze soll aber noch weiter sinken.

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