Winterthur

Parlament rennt mit der Bitte nach Tagesschulen offene Türen ein

Eine Mehrheit des Rates hat ein Postulat überwiesen, das mindestens eine Tagesschule pro Schulkreis fordert. Allen war jedoch wichtig, dass die Wahlfreiheit der Familien bestehen bleibt.

Tagesschulen sind ein wachsendes Bedürfnis - auch in Winterthur

Tagesschulen sind ein wachsendes Bedürfnis - auch in Winterthur Bild: Donato Caspari

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Tagesschulen seien ein Erfolgsmodell, sagte Postulantin Regula Keller (SP) und erläuterte, dass der Regierungsrat Tagesschulen fördern will und die Stadt Zürich sie mit hoher Priorität vorantreibt. «Tagesschulen sind mehr als die schulergänzende Betreuung. Hier werden Unterricht und Betreuung verknüpft.»

So könnten die Kinder dort auch Hausaufgaben lösen, ihren Hobbys nachgehen oder die Freizeit mit ihren Schulkameraden gestalten. «Die Kinder pendeln nicht immer hin und her zwischen Zuhause, Schule und Betreuung, alles ist an einem Ort», sagte Keller.

Mindestens von 8 bis 15 Uhr

Das Postulat beauftragt den Stadtrat, zu prüfen, ob sich in jedem Schulkreis mindestens eine Tagesschule einrichten lässt, die alle Schulstufen abdeckt. Es würden fixe Unterrichtszeiten gelten, die an vier Tagen mindestens von 8 bis 15 Uhr dauern. Die schulergänzende Betreuung von 7 bis 18.30 Uhr würde sichergestellt.

Die SVP zeigte wenig Sympathien für Tagesschulen. Gabriella Gisler sagte, die Gemeinden seien nicht verpflichtet, Tagesschulen anzubieten. Winterthur verfüge ja bereits über Tagesstrukturen. «Der gesetzlichen Verpflichtung ist Genüge getan.» Zudem schaffe man eine Ungleichheit, wenn es pro Schulkreis nur eine Tagesschule gebe.

 «Es steht Winterthur gut an, diesen Weg zu gehen.»

«Wie erfolgt da die Zuteilung? Wollen wir, dass Eltern ihre Kinder durch die halbe Stadt fahren müssen?» Die Wahlfreiheit der Eltern bezüglich Betreuungsmodell müsse unbedingt beibehalten werden. Zudem wolle man keine Zusatzkosten für die Stadtkasse.

Das fand auch Barbara Huizinga (EVP). «Die Erziehungsberechtigten sollen entscheiden können. Aber grundsätzlich unterstützen wir, dass es auchdie Möglichkeit der Tagesschule gibt.» Andreas Geering (CVP) kritisierte, Eltern könnten bei einer Tagesschule nicht mehr nur einzelne Betreuungstage wählen. Zudem finde eine weitere Verkopfung der Schule statt. «Die Kinder sind noch mehr in der Schule und haben weniger Möglichkeiten des sozialen Austausches in der Familie.»

«Ein Standortvorteil»

Ganz anders beurteilte Doris Hofstetter (Grüne) die Situation. Sie sieht gar einen Standortvorteil, wenn man Tagesschulen anbietet. «Es gibt durchaus Eltern, die ihren Wohnort danach aussuchen, ob es dort eine Tagesschule gibt.» Zudem werde das Steuereinkommen wachsen, weil man mehr Eltern ermögliche, einem Beruf nachzugehen.

Katrin Cometta (GLP) betonte, Tagesschulen seien für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wichtig, aber auch volkswirtschaftlich sinnvoll. «Es steht Winterthur gut an, diesen Weg zu gehen.»

Auch die FDP bezeichnete Tagesschulen als sinnvoll und zeitgemäss. «Wichtig ist aber, dass die Eltern sich am Mittagstisch finanziell beteiligen», sagte Carola Etter-Gick (FDP).

Stadtrat Jürg Altwegg (Grüne) sagte, die Zentralschulpflege sei sich bewusst, dass man dieses Thema angehen müsse, und habe auch bereits ein Projekt lanciert. Er sei froh, wenn das Parlament dies unterstütze. «Klar ist, dass Tagesschulen nur für die Familien angeboten werden, die das auch wollen.»

Und zum Vorgehen bei der Zuteilung sagte er: «Eltern, die ihr Kind in die Tagesschule schicken wollen, müssen Anträge stellen.» Und bezüglich Kosten sagte er: «Es braucht wohl eine Investition am Anfang, aber unter dem Strich sind Tagesschulen wohl nicht teurer.»

(Der Landbote)

Erstellt: 29.05.2018, 10:38 Uhr

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