Winterthur

Partylaune in Gefahr: Frackwoche bekommt Bierverbot

Strikte Lärmauflagen und ein Bierverbot bringen die traditionsreiche Tech-Feier in Schwierigkeiten. «Mit diesen Einschränkungen ist der Anlass nicht mehr durchführbar», sagen die Organisatoren.

Alte Tradition: Tech-Absolventen in Fräcken mischen für ein paar Tage den Schulbetrieb der ZHAW auf.

Alte Tradition: Tech-Absolventen in Fräcken mischen für ein paar Tage den Schulbetrieb der ZHAW auf. Bild: Marc Dahinden

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Männer in Frack und Zylinder und Damen in Biedermeierkleidern, die auf dem Vorplatz des Technikums Bier trinken und auf ihren Abschluss anstossen: Das ist im Mai ein vertrauter Anblick. Damit könnte bald Schluss sein. Haben es die Studierenden übertrieben? Ja, findet die Schulleitung. Sie hat für 2018 strenge Auflagen erlassen. Neu darf die Lautstärke 65 Dezibel nicht übersteigen. Zudem ist der Alkoholverkauf und -konsum auf dem Gelände von 8 bis 18 Uhr verboten. Die Organisatoren der Frackwoche sind empört. «Mit diesen Einschränkungen ist ein Fest wie die Frackwoche nicht mehr durchführbar», schreibt OK-Präsident Dario Windler in einem Mail an die Absolventen. «So kann weder eine Feststimmung aufkommen, noch kann der Anlass finanziert werden, da die Haupteinnahmequelle der Bierausschank war.»

«Schule ist kein Eventlokal»

Thomas Järmann, Leiter Lehre der School of Engineering, begründet die neue harte Linie damit, dass die Frackwoche sich immer stärker zu einer öffentlichen Party entwickelt habe. «In der Folge kam es immer häufiger zu Beschwerden aus der Nachbarschaft mit nachfolgenden Polizeiinterventionen.» Auch das Arbeiten auf dem Campus sei in den vergangenen Jahren während der Frackwoche nur noch eingeschränkt möglich gewesen. «Dies widerspricht der ursprünglichen Idee einer Studentenparty», sagt Järmann. «Die Räumlichkeiten sind auf Lehr- und Forschungsaktivitäten ausgelegt und eignen sich nicht als Eventlokal, in dem nebenbei noch studiert und gearbeitet wird.»

Windler beteuert, das Frackwochen-OK sei durchaus gesprächsbereit. «Das Argument der Lärmbelästigung akzeptieren wir. Wir wären bereit, die Musik tagsüber leiser zu halten oder allenfalls ganz darauf zu verzichten.» Auch beim Bier sei ein Kompromiss denkbar. «Bier erst ab zwölf, dazu würden wir Hand bieten.» Bei einem Komplettverzicht drohe ein grosses Defizit. Das OK prüfe alle Varianten, selbst eine Verlagerung auf ein anderes Areal.

«Als Erwachsene behandeln»

Das findet Leandro Huber, Präsident der Studierendenorganisation VSZHAW, undenkbar. «Die Frackwoche gehört zur ZHAW und sie gehört ans Technikum. Traditionen lassen sich nicht einfach zügeln.» Huber und Windler sind sich einig: «Die ZHAW rühmt sich damit, uns zu erwachsenen, mündigen Berufsleuten auszubilden. Dann sollte sie uns auch wie Erwachsene behandeln.» (Der Landbote)

Erstellt: 23.11.2017, 20:01 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.