Zürich

Private Gymikurse ritzen die Chancengleichheit

Damit Kinder aus ärmeren Verhältnissen die gleichen Bildungschancen haben wie ihre Freunde aus reicheren Familien, sollten Schulen flächendeckend Vorbereitungskurse für die Gymiprüfung anbieten. Das ist im Kanton noch lange nicht der Fall.

Private Vorbereitungskurse für die Gymi-Prüfung werden von verschiedenen Seiten kritisiert.

Private Vorbereitungskurse für die Gymi-Prüfung werden von verschiedenen Seiten kritisiert. Bild: Keystone

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Nach den Herbstferien beginnt für Schüler, die ins Gymnasium wollen, eine strenge Zeit. Sie opfern den Mittwochnachmittag oder Samstagmorgen für den Vorbereitungskurs für die Aufnahmeprüfung. Kinder, die dafür Privatkurse besuchen, büffeln auch schon seit den Sommerferien. Für Eltern stellt sich die Frage, ob der Kurs, den die öffentliche Schule anbietet, genügt, oder ob sie sich einen teuren Privatkurs leisten sollen, um die Chancen ihres Kindes zu verbessern. Dass 2017 weniger Prüflinge (2044 Kinder; 51 Prozent) die Aufnahmeprüfung an eine Mittelschule bestanden haben als 2016 (52 Prozent) und 2015 (55 Prozent), hat den Druck auf die Eltern sicher nicht verringert. Private Vorbereitungskurse werden von verschiedenen Seiten kritisiert. Solche brauche es nicht für «wirklich gute Schüler», sagt etwa der Präsident der kantonsrätlichen Kommission für Bildung und Kultur Moritz Spillmann (SP). Als Problem sieht er, dass nicht alle Schulgemeinden Vorbereitungskurse anbieten. 2013 lehnte es der Kantonsrat ab, gesetzlich zu verankern, dass sie im Kanton flächendeckend angeboten werden. In Winterthur ist diese Entscheidung den einzelnen Lehrpersonen überlassen.

Für Spillmann ist klar, dass auch Kinder, deren Eltern sich keine privaten Kurse leisten können, gefördert werden müssen. Studien belegten, dass diesbezüglich keine Chancengleichheit besteht. «Kinder reicher Eltern haben in der Regel eine markant höhere Chance die Gymiprüfung zu bestehen, als Kinder ärmerer Eltern», sagt Spillmann. Gleichzeitig bestehen zwar viele Schüler, die private Vorbereitungskurse besuchen, die Prüfung, können die Leistung aber nicht halten und fliegen später raus.» Im Kanton besteht aktuell jeder Dritte bis Fünfte die Probezeit nicht. Eine Analyse dieser Zahlen lieferte jedoch keinen Beleg dafür, dass die hohen Probezeit-Austrittsquoten bedeuten, dass «die Falschen» ans Gymnasium kommen. (des/tm)

Erstellt: 09.10.2017, 16:25 Uhr

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