Winterthur

Radikaler Vorschlag zur Pensionskasse

GLP, SVP und FDP denken laut darüber nach, die Winterthurer Pensionskasse in die kantonale BVK zu überführen. Tausende wären davon betroffen, ein Experte warnt.

In der Winterthurer Pensionskasse sind derzeit rund 3000 Rentnerinnen und Rentner versichert.

In der Winterthurer Pensionskasse sind derzeit rund 3000 Rentnerinnen und Rentner versichert. Bild: Marc Dahinden

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Mittels eines Postulats will die Hälfte des 60-köpfigen Gemeinderats prüfen lassen, ob die Pensionskasse der Stadt Winterthur ihre Selbständigkeit verlieren soll. Die Parteien GLP, SVP und FDP und einzelne Vertreter anderer Parteien regen an, die städtische Kasse in die kantonale Pensionskasse BVK einzugliedern. Sie versprechen sich davon Effizienzgewinne.

Ein vom «Landboten» befragter Experte warnt allerdings vor diesem Schritt, der «nicht durchdacht» sei. Vorteile gebe es bei einer Integration in die BVK praktisch nicht, dafür gewichtige Nachteile wie die Aufgabe der politischen Kontrolle. In der Winterthurer Pensionskasse sind aktuell über 5000 öffentliche Angestellte und knapp 3000 Rentnerinnen und Rentner versichert.

Der Vorschlag von GLP, SVP und FDP käme für die Versicherten einem Schock gleich.

Der Vorschlag aus dem Gemeinderat heizt die Debatte um die sanierungsbedürftige Pensionskasse weiter an. Die Diskussion findet auf zwei Ebenen statt: Einerseits geht es um die massive Unterdeckung. Erst im letzten März trat der Stadtrat mit einem grossen Knall an die Öffentlichkeit. Die PK muss erneut saniert werden, dafür wurden 144 Millionen Franken zur Seite gelegt. In einigen Wochen will der Stadtrat die Details der Sanierung präsentieren. Der Gemeinderat wird darüber wohl erst nach den Gesamterneuerungswahlen im März entscheiden.

Umwandlungssatz würde massiv abfallen

Auf der anderen Seite werden aber derzeit auch die Leistungen für die Versicherten in Frage gestellt. Der aktuelle Vorschlag von GLP, SVP und FDP würde an der Höhe des Sanierungsbeitrags der Stadt wenig ändern, doch für die Versicherten käme er einem Schock gleich.

Ihren Umwandlungssatz, mit dem die Rentenhöhe berechnet wird, will die Winterthurer PK bis 2020 auf 6 Prozent senken. Bei einer Eingliederung in die BVK sänke er sofort deutlich stärker. Bei der BVK beträgt der Umwandlungssatz bei einer Pensionierung mit Alter 65 im Jahr 2017 4,87%.

Auch wenn es bei einem Gedankenspiel bleibt und die Winterthurer PK ihre Eigenständigkeit behält, ist es absehbar, dass die Mitte-rechts-Mehrheit des Gemeinderats diese Leistungen thematisieren und sie an die ­Sanierungspläne des Stadtrats knüpfen wird.

(Der Landbote)

Erstellt: 14.11.2017, 17:33 Uhr

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