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Retter altgedienter Lieblingsstücke

Martin Schriber lebt den Gegenentwurfzur heutigen Wegwerfgesellschaft. In seiner Antikschreinerei in Veltheim richtet er teils über hundertjährige Möbelstücke wieder her – Sekretäre, Stühle oder auch einmal einen Spieltisch.

Martin Schriber erweckt alte Möbelstücke zu neuem Leben. Das Handwerk hat er sich selbst beigebracht.
Martin Schriber erweckt alte Möbelstücke zu neuem Leben. Das Handwerk hat er sich selbst beigebracht.
Marc Dahinden

In Martin Schribers Antikschreinerei mitten im Wohnquartier von Veltheim scheint die Zeit stehen geblieben. Das ausgestellte Mobiliar und Porzellan, die Lampen und Bilder sind Zeugen vergangener Epochen und erzählen ihre eigenen Geschichten. So zum Beispiel ein Brienzer Spieltisch von 1880, in dem ein Mühle- und Schachbrett eingearbeitet sind. Gerne würde man wissen, wer hier einmal gesessen und sich nächtelange Schachduelle geliefert hat. Oder der Sekretär aus Nussholz, der aus der Jugendstilzeit stammt und in dessen Geheimfach wohl einst Liebesbriefe aufbewahrt wurden – das möchte man auf jeden Fall glauben.Es sind aber nicht nur die ausgestellten Stücke selber, die eine wohltuende Ruhe ausstrahlen, es ist auch der Patron Martin Schriber, der mit seiner Person dazu beiträgt. Der 45-Jährige wirkt gelöst und im Leben angekommen. Dies hat seinen guten Grund, denn er macht das, was er schon immer tun wollte: alten Möbeln neues Leben einhauchen. «Von der entspannten Atmosphäre sollen auch meine Kunden profitieren und hier einen Moment verweilen», sagt Martin Schriber und lacht. So ist der Schreiner auch meistens für einen Schwatz und einen Kaffee zu haben. Vor allem aber sollen die Besucher hier die Sachen anfassen, spüren und riechen können. «Bei Bestellungen übers Internet, wie sie heute viele tätigen, ist so etwas ja gar nicht mehr möglich.»

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