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Die Klimafrage mobilisiert immer noch

Rund 600 Teilnehmer marschierten an der vierten Winterthurer Klimademo mit.

Am Freitag wurde in der Innenstadt erneut gegen den menschengemachten Klimawandel demonstriert.
Am Freitag wurde in der Innenstadt erneut gegen den menschengemachten Klimawandel demonstriert.
Marc Dahinden
Es ist die mittlerweile vierte Klimademonstration in Winterthur.
Es ist die mittlerweile vierte Klimademonstration in Winterthur.
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Es bleibt ruhig und ohne Zwischenfälle.
Es bleibt ruhig und ohne Zwischenfälle.
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Die Steinberggasse war zwar nicht ganz voll, aber zwischen den zwei oberen Judd-Brunnen haben sich 500 bis 600 Personen versammelt. Eine Grüppchen singt: «Die Meere steigen, und auch wir stehen auf.»

Linus Stampfli, 24, einer der Organisatoren ist zufrieden mit dem Aufmarsch: «Wir sehen immer wieder die gleichen Gesichter. Das freut uns, denn es heisst: Die Leute bleiben dran.»

«Kommt nicht bald die Wende, droht unser Welt das Ende»

Das Publikum ist bunt durchmischt, vielleicht ein Drittel sind Kinder, die jüngeren in Begleitung ihrer Eltern oder Grosseltern. Auch die zwei Zehnjährigen Matteo und Mael sind mit selbstgemalten Schildern da. Darauf zu lesen: «Kommt nicht bald die Wende, droht unser Welt das Ende» und «Es gibt keinen Planet B».

In ihrem Kollegenkreis sei der Klimawandel und die Zerstörung der Natur ein grosses Thema, sagen sie. «Es ist traurig, dass zukünftige Generationen keine Gletscher mehr sehen können», sagt Matteo. Maels Familie war in den Sommerferien mit dem Zug in Italien. «Beim Schnorcheln hab ich im Meer viel Plastik gesehen», sagt Mael.

Die jungen Klimademonstranten machen sich am Graben lautstark bemerkbar. Video: hit

Joël Tacheron, 35, arbeitet als Schaler auf dem Bau. «Mein Vater erzählt mir immer, wie seine Generation damals zwischen 20 und 30 wichtige Organisationen gegründet hat, wie WWF oder Ärzte ohne Grenzen. Meine Generation hat das verschlafen, drum bin ich hier.»

Klimawandel wie Krebs

In kurzen Reden fordern die Aktivistinnen, auf dem Brunnen stehend, das Publikum auf, möglichst morgen Samstag auch in Bern zu erscheinen: «Zeigen wir, dass wir nicht zufrieden sind mit den Klimavorschlägen des Parlaments.» Linus Stampfli sagt: «Es wird eine Flugticketabgabe eingeführt. Gleichzeitig soll der Flughafen Kloten für 800 Millionen ausgebaut werden, damit wir ab 2030 noch mehr fliegen können.» Auch der UNO-Klimagipfel ist Thema. «Es ist eine Schande, dass Greta tun muss, was die Aufgabe der Politiker wäre», sagt Stampfli.

Nach den Reden setzt sich der Zug in Bewegung: Durch den Graben, die Stadthausstrasse runter zum Bahnhof und via Technikumstrasse wieder zum Kirchplatz. Bei der mittlerweile vierten Klimademonstration in Winterthur sind die Abläufe eingespielt. Entspannt wirkende Stadtpolizistinnen beobachten die Situation in Halbdistanz, auf den gelben Westen steht «Dialogteam». Die jugendlichen Organisatorinnen und Organisatoren ihrerseits sind in orangen Leuchtwesten unterwegs. Es bleibt, wie erwartet, ruhig, ohne Zwischenfälle.

Vor der Stadthausstrasse setzten die Jugendlichen zum Hüpf-Protest an. Video: hit

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