Winterthur

Samichlaus, wo häsch din Esel?

Eselnotstand in der Adventszeit: Die beiden stadtbekannten Esel Sunita und Tarzan sind im Exil. Darum müssen Langohren aus der Umgebung nach Winterthur in den Einsatz.

Letztes Jahr waren sie noch da: Sunita und Tarzan mit dem Samichlaus beim Chlaus-Hüsli auf dem Lindberg.

Letztes Jahr waren sie noch da: Sunita und Tarzan mit dem Samichlaus beim Chlaus-Hüsli auf dem Lindberg. Bild: Johanna Bosshart

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Diese beiden Esel kennt fast jedes Winterthurer Kind: Sie stehen jeweils im Chlaus-Hüsli im Lindbergwald und lassen sich streicheln. Beim Chlauseinzug in der Altstadt marschierten sie letztes Jahr zuvorderst. Am Adventsbasar in Oberwinterthur tragen sie jedes Jahr einen ganzen Tag lang Kinder durchs Quartier. Und auch unter dem Jahr sind sie auf Wanderungen des städtischen Ferienprogramms oder auf Schulbesuchen anzutreffen: Sunita und Tarzan, die beiden Langohren von Désirée Stähli, normalerweise untergebracht im Stall an der Tösstalstrasse beim Grüzefeld. Die zwei wurden im Sommer 2015 sogar überregional bekannt, als sie zu Hause ausbüxten und seelenruhig durch die Stadt spazierten, bis sie von der Stadtpolizei wieder eingefangen wurden.

Ferien im Toggenburg

Derzeit ist der Eselstall vis-à-vis des Fussballplatzes des Steinacker-Schulhauses für längere Zeit leer. «Sunita und Tarzan machen Ferien in Bütschwil im Kanton St. Gallen», erklärt Désirée Stähli. Weil sie sich im Oktober einer Hüftoperation habe unterziehen müssen, habe sie sich nicht um die beiden Tiere kümmern können. «Jetzt leben sie mit fünf anderen Eseln zusammen auf einem schönen Hof. Es geht ihnen bestens», sagt Stähli. Erst im Januar kehren die 17-jährige Eselstute Sunita und der 10-jährige Eselwallach Tarzan aus dem Toggenburg nach Hause zurück.

«Das Chlaus-Hüsli ohne Esel, das wäre wirklich fast unmöglich»Andreas Häusler, Präsident Winterthurer Chlausgesellschaft

Ausgerechnet in der Adventszeit fehlen die Langohren also in Winterthur. Das bedeutet: Eselnotstand für die Winterthurer Samichläuse. «Das Chlaus-Hüsli ohne Esel, das wäre wirklich fast unmöglich», sagt Andreas Häusler, Präsident der Winterthurer Chlausgesellschaft. Im Häuschen am Waldrand auf dem Lindberg sei der Chlaus zwar die Hauptattraktion, aber die Esel seien bei den Kindern immer auch sehr beliebt. «Mir war darum sofort klar, dass wir für die beiden Langohren eine Vertretung organisieren müssen.» Die Chlausgesellschaft wurde im Kanton Thurgau fündig: Die 30-jährige Eselstute Ali und der erst anderthalbjährige Jungesel Sancho aus Nussbaumen werden den Winterthurer Samichlaus im Chlaus-Hüsli vom 2. bis zum 6. Dezember unterstützen.

«In diesen Tagen sind die Graupelze sehr gefragt.»Thomas Karcher, Organisator Adventsbasar Oberwinterthur

Lange suchen musste Sozialdiakon Thomas Karcher, bis er für den Adventsbasar in Oberwinterthur Ersatzesel gefunden hatte. «In diesen Tagen sind die Graupelze sehr gefragt.» Entweder seien die Tiere schon gebucht, oder sie weigerten sich in einen Tieranhänger zu steigen. Fündig wurde Karcher schliesslich in Wildhaus in Toggenburg. Von dort reisen nun die Esel Tschila, Peppino und Sämi am 29. November an, um die Oberwinterthurer Kinder auf ihre Rücken zu laden.

Esel reisen aus dem Züri Oberland an

Auch der Chlauseinzug findet nicht ohne Langohren statt, mindestens drei Tiere marschieren am Sonntag, 3. Dezember, um 16.16 Uhr mit den Chläusen und Schmutzlis mit durch die Altstadt, sagt Organisator Christian Brunner. «Wir hatten keine grosse Mühe bei der Suche», erklärt Brunner. Schon letztes Jahr seien zusätzlich zum Winterthurer Eselduo Tiere aus dem Tösstal dabeigewesen. Die Halter jener Esel hätten nun noch Bekannte aus dem Zürcher Oberland aufgeboten.

Dass Esel aus der halben Ostschweiz für Advents- und Chlausanlässe nach Winterthur gefahren werden müssen, dürfte eine einmalige Ausnahme sein. Nächstes Jahr, so sagt Eselbesitzerin Désirée Stähli, machen Sunita und Tarzan nicht wieder ausgerechnet dann Ferien im st. gallischen Hinterland, wenn sie für den Samichlaus in Winterthur Säcke mit Nüssen und Birnen schleppen müssten. (Der Landbote)

Erstellt: 14.11.2017, 11:35 Uhr

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