Zürich / Winterthur

Sanierung von vergifteten Böden wird teurer als geplant

Bis Ende 2020 müssen Betreiber von Schiessanlagen ihre Kugelfänge für viel Geld umrüsten.

Das Sanieren der Erdkugelfänge wird deutlich teurer wie vom Kanton budgetiert.

Das Sanieren der Erdkugelfänge wird deutlich teurer wie vom Kanton budgetiert. Bild: Dominique Meienberg

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In Zürichs Erde liegen 3000 Tonnen Blei. So viel haben die Schützen in über 150 Jahren in die 456 Kugelfänge im Kanton geschossen. In gut einem Jahr ist Schluss damit: Bis dahin müssen in Schiessanlagen künstliche Kugelfangsysteme installiert sein. Zudem soll das Blei aus dem Boden. Das kostet mehr als zuerst gedacht. Insgesamt rechnete der Kanton einst mit Kosten von 77 Millionen Franken. 34 Millionen wollte er selbst übernehmen, 15 Millionen die Gemeinden und der Rest sollte durch Bundessubventionen gedeckt werden. Mittlerweile muss der Kanton seine Schätzung nach oben korrigieren.

Um wie viel höher der Betrag ausfällt, hänge von noch laufenden Projekten ab, sagt der Mediensprecher der Baudirektion, Thomas Maag. «Deshalb wäre es unseriös, zum heutigen Zeitpunkt eine Zahl zu nennen.»

Bis in fünf Jahren werden die bisherigen Kugelfänge aus Erde saniert, die in der Nähe von Grund- oder Oberflächengewässern liegen. 17 sind das im Bezirk Winterthur, 42 weitere können bis nach ihrer Stilllegung warten.

Projekte im Verzug

Etwas weiter weg, in Bassersdorf, befinden sich zwei alte Kugelfänge, die schon seit zwei Jahren bleifrei sein müssten. Sie liegen teilweise in Grundwasserschutzzonen. Interne Abklärungen verzögerten jedoch die Projekte, sagt Patrik Baumgartner, der Bassersdorfer Abteilungsleiter Bau und Werk. Noch in diesem Monat sollten die Arbeiten abgeschlossen sein.

Die Sanierungen in Bassersdorf schlagen aufs Portemonnaie: Die Gemeinde veranschlagt dafür rund 650 000 Franken. Ein Drittel davon wird durch Bundessubventionen gedeckt. Eike Kreikenbaum ist Mitinhaber der Magma AG, die eine Filiale in Winterthur betreibt und unter anderem die Arbeiten in Bassersdorf betreut. Er schätzt, dass eine Kugelfangsanierung pro Scheibe zwischen 20 000 bis 30 000 Franken kostet. Zwei Drittel der Kosten entfielen dabei auf die Entsorgung des Aushubmaterials. Mit dieser Kostenrealität muss sich jetzt auch Winterthur abfinden: In einer Wiese bei der Dättnauer BMX-Piste liegt Blei aus der Vergangenheit im Boden.

Erstellt: 18.10.2019, 17:37 Uhr

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