Kolumne

Schlamassel mit Ankündigung

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Nein, überrascht kann Kreisschulpflegepräsident Felix Müller (Grüne) nicht sein von den Abgängen. Seit drei Jahren kommt die Brühlbergschule nicht zur Ruhe. Letzten Sommer reichten 79 ­Personen beim Bezirksrat eine Beschwerde gegen ihn und die Schulleiterin ein. Müller reagierte mit Zahlenspielen: 2500 Schüler und 300 Lehrkräfte zählten zu seinem Kreis und die seien im Grossen und Ganzen zufrieden.

Dass nun alle Klassenlehrkräfte einer Primarschule auf einen Schlag gehen, ist ein Vorgang, der in Winterthur ohne Beispiel ist. Er zeigt überdeutlich: Diese Schule hat ein Problem. Und glaubt man den Elternorganisationen und den zahlreichen Abschiedsbriefen ehemaliger Lehrer, ist es keine Frage des Unterrichts oder der Elternarbeit, sondern ein Führungsproblem.

Eines ist klar: Diese Schule hat ein Problem. 

Eine frühere Kündigungswelle vor zwei Jahren erklärte Schulpräsident Müller damit, dass die langjährigen Lehrer «geistig nur teilweise aus der Zeit des früheren Schulversuchs ausgestiegen» seien. Mit anderen Worten: Die basisdemokratischen Idealisten probten den Aufstand gegen die Realitäten und Vorschriften der heutigen Volksschule. Dieses Argument sticht heute nicht mehr. Diese Pioniere sind weg. Allein seit jenem Interview haben im kleinen Schulhaus elf Lehrkräfte gekündigt, die unter der neuen Schulleiterin eingestellt wurden.

Zahlenspiele helfen Schulpräsident Müller hier nicht weiter: Diese Kündigungswelle ist ein Schlamassel erster Güte und stellt der Schulleitung und Müller selbst ein miserables Zeugnis aus. Es ist ihnen über die letzten Jahre nicht gelungen, die Eltern zu beruhigen oder die Lehrer hinter sich zu bringen. Das Krisenmanagement hat komplett versagt.

Ausbaden müssen es die Kinder. Sie haben zum Teil bereits mehrere Lehrerwechsel hinter sich, nun kommt der nächste. Ob sich auf die Schnelle wieder derart motivierte Lehrkräfte finden ­lassen, ist mehr als unklar. Denn von der einstigen Vorzeigeschule bleibt derzeit nicht viel mehr ­übrig als die Gebäudehülle. (Der Landbote)

Erstellt: 07.04.2017, 10:03 Uhr

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