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Seniorenradio findet auch bei Jugend Gehör

Seit 10 Jahren ist die Radiosendung Seniorama bei Stadtfilter zu hören. Moderator Xaver Achermann hofft auf Verstärkung für sein Team.

Xaver Achermann moderiert seit 10 Jahren die Sendung «Seniorama» auf Radio Stadtfilter.

Xaver Achermann moderiert seit 10 Jahren die Sendung «Seniorama» auf Radio Stadtfilter. Bild: Marc Dahinden

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«Ein Inserat des Landboten hat mich zu Seniorama gebracht», sagt Xaver Achermann. Seit 10 Jahren gibt es die Sendung, die jeweils am Sonntag von eins bis zwei bei Radio Stadtfilter zu hören ist. Achermann war von Beginn an dabei. Etwa 40 Interessierte hätten sich damals auf die Zeitungsanzeige gemeldet, von denen seien dann gut 15 geblieben. Heute sind es acht Damen und Herren im Durchschnittsalter von 75 Jahren, die sich jeweils aktiv an den Sendungen beteiligen.

Xaver Achermann on air: Seniorama zum Thema «Vom Hören und Dazugehören». Sendung vom 16. Juni 2019 auf Radio Stadtfilter.

«Da wir bereits ein Jugendradio hatten, wollten wir auch der älteren Generation einen Platz geben», sagt Simeon Thompson, der für die Musikredaktion beim Stadtfilter zuständig ist. Zwei der damaligen Mitglieder des Stadtfilters hatten das Projekt aufgegleist. Zwar war Thompson vor zehn Jahren noch nicht dabei, mit den Mitgliedern von Seniormana hat er aber inzwischen schon einige Erfahrung: «Sie arbeiten unglaublich selbstständig und haben eine tolle Gruppendynamik.»

«Mit dem Mikrofon hat man die Erlaubnis, wichtig zu tun.»Xaver Achermann,
Moderator der Sendung «Seniorama»

Diese Dynamik sei darum so gut, weil die Radiomacherinnen eine Feedback-Kultur pflegten. «Das war aber nicht immer so», sagt Achermann. Anfangs hätten sich die anderen Mitglieder gegen die ständigen Rückmeldungen gesträubt. «Nach etwa fünf Jahren waren sie dann soweit», sagt der Moderator.

Über Tabus sprechen

«Für eine Sendung brauche ich einige Zeit», sagt Achermann, der sonntags meist live aus dem Radiostudio zu hören ist. Ihm sei das sorgfältige Schneiden und Zusammenfügen der Beiträge wichtig. «Ich habe früher gerne Gedichte geschrieben, da kam es auch auf jedes einzelne Wort an. Bei einer Radiosendung ist das ähnlich.» Am Mikrofon fühlt sich Achermann inzwischen wohl: «Mit dem Mikrofon hat man die Erlaubnis, wichtig zu tun.»

Bild: Marc Dahinden

Besonders gut in Erinnerung ist dem 75-Jährigen die zweiteilige Sendung zum Thema Sex im Alter geblieben. Vermutlich auch deswegen, weil sie zu Beginn für Kontroversen gesorgt hat. «Es war ein Tabu für uns», sagt Achermann. Die einen seien der Meinung gewesen, so etwas könne man auf keinen Fall im Radio bringen. Schliesslich kamen die Beiträge doch zu Stande und lösten durchwegs positive Rückmeldungen aus.

Junge hören Radio

Mit Freunden und Bekannten diskutiere Achermann jeweils die Themen der nächsten Sendungen. «Natürlich hören sie dann auch live zu.» Es seien aber keineswegs nur Seniorinnen und Senioren, die sonntags um eins den Stadtfilter einstellen würden. «Es hören sowieso mehr junge Leute Radio als ältere», sagt Achermann.

Neuste Sendung von «Seniorama» zum Thema «Jung und Alt und die Gewalt». Sendung vom 1. Dezember 2019

Auch Musikredaktor Thompson kann bestätigen, dass Seniorama ebenso bei der jüngeren Generation Gehör findet. «Die Sendung hat auf jeden Fall Eigencharakter. Wenn Seniorama läuft, dann hört man das», sagt Thompson. Das sei nicht zuletzt wegen der Musik der Fall. Vor allem Swing oder Schlager aus früheren Zeiten stehen bei der Senioren-Sendung auf der Playlist. «Sonst kann man die Musik bei Stadtfilter ja nicht hören», sagt Achermann und lacht.

Nach zehn Jahren blickt Achermann auf eine erlebnisreiche Zeit zurück. «Ich habe viel für mich persönlich gelernt und wir sind auch als Gruppe zusammengewachsen.» Ende Jahr verlassen jedoch zwei Mitglieder das Team. «Deshalb suchen wir neue Interessierte», sagt der Moderator. Um bei Seniorama dabei zu sein, muss man laut Achermann vor allem zwei Dinge mitbringen: «Neugierig sein und Lust haben, den Leuten etwas mit zu geben.»

Erstellt: 02.12.2019, 11:34 Uhr

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