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«Sie hat uns nach Strich und Faden hintergangen»

Bei der SP Winterthur fallen die Reaktionen auf den Parteiwechsel von Chantal Galladé teilweise harsch aus. Eine Nachlese im Internet.

Marc Leutenegger
Chantal Galladés Wechsel von der SP zur GLP wird auf den Social-Media-Kanälen fleissig diskutiert.
Chantal Galladés Wechsel von der SP zur GLP wird auf den Social-Media-Kanälen fleissig diskutiert.
Bildmontage: far

Das SP-Urgestein Matthias Erzinger schreibt auf Facebook am deutlichsten, was viele in der Winterthurer Politik heute denken. Der Austritt von Chantal Galladé aus der SP und ihren Wechsel zu den Grünliberalen habe nicht mit der Europapolitik der Sozialdemokraten zu tun. Es gehe darum, «dass wir ihr zum Job verholfen haben.»

Auch Gemeinderat Benedikt Zäch teilt diese Lesart. «Der Abgang von Chantal Galladé hat nach meinem Eindruck weniger politische als persönliche (und ziemlich klar) opportunistische Gründe. Das macht ihn unschön», kommentiert er ebenfalls auf Facebook. Alt-Stadtpräsident Ernst Wohlwend spricht Emoji, er reagiert mit einem erzürnten Smile auf die Neuigkeit.

Die Behauptung, es gebe in der SP keine Debatte und nur eine Meinung widerlegen die Online-Diskussionen. SP-Gemeinderat Fredy Künzler, der auch nicht immer auf Parteilinie agiert, schreibt, der Parteiwechsel sei auch ein Anlass, dass sich die SP Schweiz ihre Europapolitik noch einmal überlege.

«Wir müssen uns fragen, warum wir Sozis so stark von Links-Progressiv zu Links-Konservativ driften konnten. Es ist Zeit für eine Kehrtwende.»

Belustigung und Abgrenzung

Im bürgerlichen Lager löst die Causa-Galladé Belustigung aus. So twittert etwa der Bülacher SVP-Kantonsrat Claudio Schmid, es gebe nur eine Frage, die man zu Galldés Wechsel stellen müsse: «Wie tief ist die neue Parteisteuer über ihr lukratives Behördenamt?» Galladé verdient als Schulpflegerin rund 160 000 Franken.

Die FDP wiederum nimmt den Parteiwechsel als Gelegenheit, im liberalen Lager die Grenzen zu ziehen. So sei nun der Beweis gefunden, dass die GLP weit weniger liberal ist, als sie behaupte. Auch eine Smartvote-Karte stellt die FDP dazu.

Ausserhalb der SP und auf Seiten der Wahlberechtigen scheint Galladés Wechsel hingegen viel Zustimmung zu finden. Der Tenor der meisten Kommentare in den einschlägigen Foren ist positiv. Viel Zuspruch gibt es von der GLP. Mit «Willkommen im Club» begrüsst etwa Hannes Zaugg-Graf die neue Parteikollegin. Er war 2010 für die SP in den Grossen Rat des Kantons Bern eingezogen, 2013 wechselte er zur GLP.

Galladés Bruder, der Winterhurer Sozialvorsteher Nicolas Galladé hat online bisher nicht auf die Nachricht reagiert. Er postete am Dienstagabend, kurz vor der Neuigkeit ein Video mit SP-Kantonsrat Tobias Langenegger, der erklärt, warum man die SP-Liste einlegen soll.

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