Wahlbeobachter

Sie predigt Zürichsee-Wasser und trinkt Neftenbacher Wein

Eine Wädenswiler Stadträtin hat sich einen Wahlkampfwein aus der Region Winterthur ausgesucht. Das habe aber nichts damit zu tun, dass die Seeregion wenig innovativ sei, betont FDP-Politikerin Astrid Furrer.

Astrid Furrer (FDP) ist ausgebildete Önologin, kommt aus Wädenswil und mag Wein aus der Region Winterthur.

Astrid Furrer (FDP) ist ausgebildete Önologin, kommt aus Wädenswil und mag Wein aus der Region Winterthur. Bild: bä

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Wenn eine Wädenswiler Stadträtin und FDP-Nationalratskandidatin in Winterthur zu einem Wahlkampf-Anlass einlädt, dann wird man hellhörig. Wenn der Anlass dann auch noch «Politik und Wein» heisst, dann geht man gerne hin und forscht nach.

In der Vinothek Gran Reserva an der Ecke Neustadtgasse 1 erklärt Astrid Furrer, Kandidatin auf Platz 12 der FDP-Liste, ihre eigenwillige Ortswahl: «Mein Wahlkampfwein kommt aus Winterthur.» Es sind genau genommen zwei Wahlkampfweine, ein Chardonnay sowie ein Blauburgunder, führt die studierte Önologin aus, und sie kommen nicht aus der Stadt, sondern aus Neftenbach, aus dem preisgekrönten Keller von Nadine Saxer.

Etikette des Furrerschen Wahlkampfweins. Bild: PD

Auf die Frage, warum in aller Welt eine Wädenswiler Stadträtin denn keinen Zürichsee-Tropfen zum Wahlkampfwein küre, antwortet Furrer mit einem Frauenjoker: «Es war mir wichtig, dass der Wein von einer Winzerin kommt.» Gibt es in der Seeregion also keine so guten Winzerinnen? Da weicht die Wädenswilerin dann aus und beginnt über ihren Weinwahlkampf in verschiedenen Regionen des Kantons zu plaudern.

Wir erinnern uns: Letzten Dezember erzürnte die Winterthurer SP-Regierungsrätin Jacqueline Fehr die Seeregion mit dem Satz: «Die Seegemeinden sind Regionen, wo wenig passiert und wo es wenig Innovation gibt.» Am Zürichsee war man darob so erbost, dass Fehr zur öffentlichen Aussprache vorgeladen wurde.

Die Wädenswiler FDP-Stadträtin Astrid Furrer im Kurzinterview.

Neun Monate später giesst nun eine Wädenswiler Politikerin selbst Öl ins Feuer. Auch wenn Furrer direkt auf den Fehr-Satz angesprochen wortreich dementiert und auf die hohe Wein-, Forschungs- und Wirtschaftskultur in der Seeregion verweist, bleibt das Fazit: Keine innovative Winzerin und kein valabler Wahlkampfwein am Zürichsee. In vino veritas.

Erstellt: 24.09.2019, 19:17 Uhr

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