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«Sie sehen heute einen sehr, sehr glücklichen Stadtpräsidenten»

Winterthur hat am Sonntag der Umwandlung des Theaters in eine Aktiengesellschaft klar zugestimmt. Der Stadtpräsident freut sich über 75 Prozent Ja-Stimmen und erklärt, wie es jetzt weitergeht.

Bühne frei für die Theater AG: Per Beginn der neuen Saison am 1. August agiert das Theater unabhängig.
Bühne frei für die Theater AG: Per Beginn der neuen Saison am 1. August agiert das Theater unabhängig.
Michele Limina

So gelöst ist Michael Künzle (CVP) lange nicht mehr vor die Medien getreten. «Sie sehen heute einen sehr, sehr glücklichen Stadtpräsidenten», sagt er bei einer kleinen Pressekonferenz am Sonntagnachmittag. Das Gesicht leicht gebräunt von einem sommerlichen Frühlingstag, die Laune sonnig ob der 75 Prozent, die sich für die Umwandlung des Stadttheaters in eine Aktiengesellschaft ausgesprochen haben.

Das sei ein «überdeutliches Zeichen» und ein «Vertrauensbeweis für den Stadtrat, den Gemeinderat und die Theaterleitung», sagt Künzle und wiederholt die Vorteile, welche die neue Rechtsform dem Gastspieltheater bringen soll: mehr unternehmerische Freiheit, bessere Chancen, Sponsorengelder zu finden, und die Sicherung der langfristigen Qualität des Theaters. Bei alledem blieben die Arbeitsbedingungen für das Personal unverändert. Ein über sieben Jahre laufender Gesamtarbeitsvertrag garantiert auch in der Theater AG die städtischen Konditionen.

Aktionäre gesucht

Bereits am 1. August, also pünktlich zur neuen Saison, soll das Theater als Aktiengesellschaft den Betrieb aufnehmen. Dieser Zeitplan sei ehrgeizig, sagt Künzle. Als nächster Schritt werde der Stadtrat den Verwaltungsrat zusammenstellen, in dem nebst ihm selbst auch externe Theaterexperten Einsitz nehmen sollen. Vorgespräche habe man schon geführt. Auch prominente Namen sollen unter den Anwärtern sein. Künzle will auf Nachfrage aber nicht mehr verraten.

Formell muss noch der Regierungsrat die neue Theaterverordnung bestätigen. Dann sei alles frei für den Gründungsakt. Die Umwandlung wird in zwei Schritten vollzogen. Erst erfolgt durch die Stadt eine Einlage von 1,5 Millionen Franken als Grundkapital. Dann sollen in Form einer Kapitalerhöhung für maximal 750000 Franken Aktien zu 500 Franken emittiert werden. Die Aktienmehrheit bleibt damit immer bei der Stadt.

Wann die Publikumsaktien gezeichnet werden können, ist laut Künzle noch offen. Sicher sei dies nicht vor dem Start der neuen Saison der Fall. «Ich freue mich, wenn möglichst viele Gemeinden, Firmen und Privatleute Aktien kaufen, damit das Theater breit getragen wird.» Die Aktien selbst sollen in attraktiver Aufmachung auch als Wandschmuck herhalten. Fünf Sujets wird es geben. Der Stadtrat hat bereits im Vorfeld der Abstimmung das Who is who der Winterthurer Karikaturisten beauftragt, je eine Aktie zu gestalten.

Die Theaterarbeit geht dem Stadtrat auch nach vollzogener Auslagerung nicht aus. Das Theatergebäude, das im Besitz der Stadt verbleibt, muss saniert werden. Diese Arbeiten seien in Planung, kündigt Künzle an. Bald werde er darüber informieren.

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