Winterthur

Silbermedaille für die Gartenstadt

Ein neues Label bestätigt: Winterthur ist eine grüne Stadt. Für den Goldstatus reicht es aber noch nicht.

Winterthur trägt neu den Titel Grünstadt Schweiz. Bei der Verleihung setzten Beat Kunz, Stefan Fritschi und Felix Guhl (v. l.) das neue Label in Szene.

Winterthur trägt neu den Titel Grünstadt Schweiz. Bei der Verleihung setzten Beat Kunz, Stefan Fritschi und Felix Guhl (v. l.) das neue Label in Szene. Bild: Madeleine Schoder

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Winterthur und Luzern haben als erste Städte überhaupt das Label Grünstadt Schweiz erhalten. Mit der neu geschaffenen Auszeichnung anerkennt die Vereinigung Schweizerischer Stadtgärtnereien und Gartenbauämter (VSSG) die nachhaltige Gestaltung, kluge Planung und gute Pflege von Grünanlagen.

Was wie ein Marketingvehikel klingt, ist als Standortbestimmung gedacht. Hinter dem Label verbirgt sich ein Katalog mit 60 Massnahmen, nach denen der Umgang mit Grünräumen beurteilt wird. Dabei treten auch Schwächen zutage, weshalb sich Winterthur, die Gartenstadt, vorerst mit Silber zufriedengeben muss (wie Luzern auch).

Nicht mein Verdienst

Stadtrat Stefan Fritschi (FDP) konnte gestern ein Schild und das Zertifikat entgegennehmen – auf FSC-Papier gedruckt und in Schweizer Esche gerahmt. Er dankte allen Involvierten und bezeichnete es als clever, vorerst nur die Silbermedaille zu verteilen. So blieben die Städte motiviert. Und Fritschi, der erst im Sommer das Departement gewechselt hatte, gestand, er habe zum Erfolg nichts beigetragen.

Beat Kunz, Leiter von Stadtgrün, sagte, die Stadt habe gute Planungsgrundlagen wie ein Leitbild für Grünräume oder ein Alleenkonzept. Was noch fehle, sei eine gesamtstädtische Strategie und eine finanzielle Priorisierung. Die Zertifizierung ergab zudem, dass im Städtebau der Biodiversität mehr Rechnung zu tragen ist.

Der Initiator des neuen Labels war auch zugegen: Christian Wieland, ehemals oberster Stadtgärtner von Winterthur. Er hatte die Idee 2012 mit Kollegen aus Basel und Luzern. Die Standards wurden seither unter Hochschulbeteiligung entwickelt. Wozu es noch keine Erkenntnisse gab, dazu wurde geforscht, so zum Einsatz von Biodünger auf Sport­anlagen. Sogar die Scherkrafteigenschaften des so gedüngten Rasens seien getestet worden, erzählte Wieland. (Der Landbote)

Erstellt: 25.11.2017, 09:47 Uhr

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