Winterthur

«Skurrile Pflanzen sind besonders beliebt»

Die Orchideenausstellung in der Reithalle passt zum neuen Einrichtungstrend mit vielen Pflanzen. Samantha Bühler von Grünraum erklärt, woher dieser Trend kommt.

Samantha Bühler ist Geschäftsinhaberin von Grünbau.

Samantha Bühler ist Geschäftsinhaberin von Grünbau. Bild: zvg

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Wer sich mit Wohnungseinrichtungen befasst, kommt nicht mehr um Grünpflanzen im Raum herum. Was ist das für ein Trend?
Samantha Bühler: Seit etwa drei Jahren erkundigen sich unsere Kunden vermehrt nach Pflanzen mit grösseren und ausdrucksstarken Blättern. Einige tun dies bewusst, um sich nach Feng Shui einzurichten, anderen gefällt die Anmutung und Ausstrahlung dieser Pflanzen einfach sehr gut. Pflanzen gehören wieder in ein Zuhause und sind aus dem bewussten Lebensstil nicht mehr wegzudenken.

Welchen Vorteil haben Pflanzen in Räumen?
Pflanzen schaffen Wohnlichkeit. und mit jeder Pflanze die wir in unseren Räumen haben, generieren wir eine bessere Luftqualität . Das Raumklima verändert sich positiv. Das ist auch ein häufiger Kundenwunsch: «Die Pflanze soll die Luft reinigen». Da gilt: Je grösser und je mehr Blätter eine Pflanze hat, desto mehr saubere Luft spendet sie.

Hatten wir diesen Pflanzentrend nicht schon einmal?
Ich kann mich erinnern, dass in den 80er- und 90er-Jahren Pflanzgefässe auf Rollen hoch im

Kurs waren, bestückt mit verschiedenen Arten von Pflanzen. Das ist nicht immer unproblematisch, weil jede Pflanze ihre eigenen Bedürfnisse hat. Es wurde sehr viel mit Hydrokultur gearbeitet, was die Handhabung in Büros vereinfacht hat. Heute wird wieder mehr Gewicht auf Erdpflanzen gesetzt, was auch natürlicher für die Pflanze ist.

Welche Pflanzen sind im Moment besonders begehrt?
Pflanzen mit markanten und ausgefallenen Blättern, zum Beispiel das Fensterblatt, Geigengummibaum oder auch der Philodendron. Beliebt sind auch skurrile Pflanzen, wie der Peterlibaum. Mit seinen dünnen, langen Beinen und seinen kreisrunden Blättern sieht es aus, als ob sie nicht zusammen gehören. Auch Sukkulenten, wie der Geldbaum, Sanseverien oder Aloevera-Arten, sind sehr beliebt.

«Nicht alle Pflanzen sind zu jeder Jahreszeit mit der gleichen Qualität erhältlich.»

Samantha Bühler,
Geschäftsinhaberin Grünraum

Wie behält die Zimmerpflanze ihre Form aus dem Laden?
Wichtig ist, dass man seine Pflanze kennt . Jede hat ihre Eigenheiten, eine Beratung beim Kauf ist hilfreich. Der richtige Standort, Lichtanspruch, Wasser- und Düngerversorgung, Temperatur und die passende Erde spielen eine zentrale Rolle für das Wohlbefinden der Pflanze. Generell sollte man darauf achten, dass Zimmerpflanzen nicht der kalten Zugluft ausgesetzt sind und dass sie nicht im Wasser stehen.

Gibt es einen typischen Pflanzenkäufer?
Nein, dazu gehören durchs Band alle. Wir haben Eltern, die für ihre Teenager Pflanzen kaufen, weil sie sich das wünschen. Firmenkunden richten ihre Büroräume gerade wegen dem Raumklima mit Pflanzen ein. Wir haben Kunden, die uns das Smartphone mit einer Pflanze entgegenstrecken und sagen: «Diese will ich». Aber nicht alle Pflanzen sind zu jeder Jahreszeit mit der gleichen Qualität erhältlich, manchmal muss man der Natur und dem Gärtner seine Zeit lassen. Das ist dasselbe wie bei den Erdbeeren: Vielleicht gibt es sie im Geschäft, aber sie schmecken nicht oder im Fall der Pflanzen, sie sind nicht gesund.

Wie steht es um das Image von Orchideen?
Orchideen sind bei uns nach wie vor gefragt. An ihren Farben und Formen kann man sich kaum satt sehen. Leider ist diese filigrane Pflanze bei uns ein Massenprodukt geworden. Ein besonderes Merkmal einer gesunden Orchidee ist, dass sie ihre Rispen mit den Blüten ohne Hilfe von Stäben tragen kann.

(Der Landbote)

Erstellt: 31.03.2017, 16:47 Uhr

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