Winterthur

So realistisch ist eine Fussballanlage im Grüzefeld

Die Allmend im Grüzefeld ist in einer Antwort des Stadtrats als möglicher Standort für den Vereinsfussball aufgetaucht. Der Stadtverband, der über Rasenknappheit klagt, würde den Bau einer neuen Anlage begrüssen. Doch wie weit ist diese Idee?

Rundherum nichts. Die Allmend im Grüzefeld ist die grösste Freifläche in der Stadt. Wäre sie ein guter Standort für eine neue Fussballanlage?

Rundherum nichts. Die Allmend im Grüzefeld ist die grösste Freifläche in der Stadt. Wäre sie ein guter Standort für eine neue Fussballanlage?

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Weite! Wer an der Kreuzung der Spazierwege steht, mitten in der Allmend im Grüzefeld, erlebt eine Weite, wie es sie in der Stadt sonst nirgends mehr gibt. Hoch erheben sich am Rand die Wohnblöcke – des Gutschickquartiers im Westen und der Seenerstrasse im Osten. Dazwischen aber ist fast nichts: ein Püntenstreifen, etwas Landwirtschaft, eine Disc-Golf Anlage. Eine frei gehaltene Zone.

Die Allmend ist ein Joker in der Stadtentwicklung. Vieles ist hier denkbar, nichts vorweggenommen. Klar, dass dieses Feld der Träume die Fantasie anregt. Einige sehen hier das Potenzial für einen neuen Fussballplatz. Die Idee hat es kürzlich in ein offizielles Dokument geschafft.

«Der Bau einer neuen Fussballanlage würde sieben bis zehn Millionen Franken kosten.Dave Mischler,
Sportamtchef

In der Stadtratsantwort auf eine Gemeinderatsanfrage zu den knappen Rasenflächen der Fussballclubs, erschien die Allmend als mögliche Zukunftslösung.

Zentral und zonenkonform

Überzeugt von der Idee ist Sportamtchef Dave Mischler. «Ich fände es clever, wenn man im Grüzefeld neue Fussballfelder respektive Rasensportfelder bauen würde – und nicht in der Peripherie», sagt er.

Mit dem Reitplatz, dem Sportplatz Hegmatten und der Anlage im Sporrer gebe es schon drei Fussballanlagen an Randlagen. Sie seien für Junioren schwer erreichbar. Kleine Knirpse, die nach dem Eindunkeln mit dem Velo über Waldstrassen zum Training fahren müssen, das ist heute in Töss der Alltag und führt laut Mischler immer wieder zu Diskussionen. Demgegenüber liegt die Allmend zwischen Wohnquartieren. Und für eine Fussballanlage wäre dort mehr als genug Platz.

Ein Vorprojekt oder eine Studie für einen Fussballplatz Grüzefeld – es wäre die neunge Anlage (inkl. Stadion) in der Stadt – gibt es bisher nicht. Die Kosten lassen sich aber ableiten. Mischler schätzt sie auf mindestens sieben bis maximal zehn Millionen Franken.

«Das wären dann zwei Naturrasen zu je einer Million Franken, ein Kunstrasen für 1,5 Millionen und ein Garderobengebäude, das noch einmal etwa so teuer käme wie die Rasenflächen, also etwa 3,5 Millionen.» Umzonen müsste man die Allmend nicht. Sie liegt schon heute in der Erholungszone.

«Ich fände es clever, wenn man Fussballplätze im Grüzefeld bauen würde – und nicht in der Peripherie»Dave Mischler, 
Sportamtchef

Einen Fürsprecher hat die Fussballanlage auf der Allmend im Präsidenten des Fussballverbandes der Stadt Winterthur Roger Inglin, der auch Präsident des FC Phönix Seen ist. «Wir unterstützen die Idee», sagt Inglin. Die Winterthurer Vereine hätten heute bei den Junioren lange Wartelisten.

Sein Verband hatte deshalb schon im letzten Jahr Alarm geschlagen. Nun spitzt sich die Situation weiter zu, mit der Fussball-WM, die das Interesse weiter steigert, aber auch mit der zunehmenden Popularität des Mädchenfussballs. Laut Inglin sind die meisten Plätze auf den Wartelisten heute noch mit Buben belegt. Aber der Frauenfussball werde immer beliebter.

Inglin könnte sich für die Anlage im Grüzefeld künftig vor allem eine gemeinsame Nutzung der bestehenden Vereine vorstellen, er schliesst aber auch die Gründung eines neuen Vereins nicht aus. «So weit sind unsere Gedanken aber noch nicht. Im Moment geht es darum, mit den bestehenden Kapazitäten Lösungen zu finden.»

Zeithorizont: zehn Jahre

Zur Vorsicht mahnt in der Frage der Allmend als Fussballstandort Stadtentwickler Mark Würth. Als Zuständiger für die Integrationsförderung hält er zwar viel von der gesellschaftlichen Leistung der Fussballclubs. «Jede Stadt ist aber froh, wenn Sie noch solche Freiräume hat», sagt Würth. Eine temporäre Nutzung für den Fussball sei sicher unproblematisch. Bevor aber Garderoben gebaut würden und ein Kunstrasen verlegt werde, brauche es eine breit angelegte Diskussion.

Allzu bald dürfte ein neuer Platz auf dem Grüzefeld ohnehin nicht entstehen. Sportstadtrat Jürg Altwegg (Grüne) findet die Idee zwar interessant, spricht aber von einem Zeithorizont von zehn Jahren. Kurzfristig stünden andere Massnahmen im Vordergrund, um der Rasenknappheit zu begegnen (Kasten). Das Grüzefeld wird also noch eine Weile ein Feld der Träume bleiben.

(Der Landbote)

Erstellt: 13.03.2018, 18:19 Uhr

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Als erste Massnahme gegen die Rasenknappheit saniert die Stadt ab Ende Mai das Doppelkunstrasenfeld im Flüeli (siehe hier).

Ein Kunstrasenfeld in der Grüze ist zudem bereits in Planung. Ausserdem angedacht sind in absteigender Priorität: Ein neuer Rasenplatz auf dem Fussballplatz Steinacker (wo es noch eine kleine Landreserve hat), der Ersatz eines Sandplatzes durch ein Kunstrasenfeld in Wülflingen, die Umnutzung der Allmend beim Reitplatz in Töss.

Teil der Pläne ist auch eine Nutzung von Schulsportanlagen für 5 bis 8-Jährige. Ein entsprechendes Projekt beim Schulhaus Schönengrund ist durch Anwohnerrekurse verzögert.

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