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So viel Winterthur regierte in Zürich noch nie

Dank des Überraschungserfolgs von Martin Neukom (Grüne), der Neuwahl von Natalie Rickli (SVP) und der Wiederwahl von Jacqueline Fehr (SP) kommen drei der sieben Regierungsmitglieder aus Winterthur.

Der überraschende Sieger: Martin Neukom (Grüne) tritt als frisch gewählter Regierungsrat in Zürich vor die Medien.
Der überraschende Sieger: Martin Neukom (Grüne) tritt als frisch gewählter Regierungsrat in Zürich vor die Medien.
Pascal Mora

Diese Frage hörte Martin Neukom, der weitgehend unbekannte Grüne aus Winterthur, im Wahlkampf oft: «Wie schätzen Sie Ihre Chancen ein?» Er antwortete dann, man müsse abwarten, alles sei möglich. Man spürte: Nicht einmal er glaubte daran, die Sensation zu schaffen. Auch gestern, als die ersten Hochrechnungen eintrafen, zweifelte Neukom noch.

Sogar Platz sechs geschafft

Um 17:05 Uhr mussten es dann alle glauben: Martin Neukom erreicht 121 823 Stimmen und ist in die Kantonsregierung gewählt. Der Freisinnige Thomas Vogel aus Illnau-Effretikon scheidet mit 109 624 als Überzähliger aus. Neukom liegt sogar noch vor Natalie Rickli, der SVP-Nationalrätin aus Winterthur, die 116 096 Stimmen erreichte.

Mit der Wahl von Neukom und Rickli ist Winterthur erstmals überhaupt dreifach in der Kantonsregierung vertreten. Denn die Winterthurer Justizdirektorin Jacqueline Fehr (SP) schaffte die Wiederwahl, und das erst noch mit einem überraschend guten Ergebnis: Mit 149 104 Stimmen erreichte sie hinter Sicherheitsdirektor Mario Fehr (SP) das zweitbeste Resultat.

Hauptstadt Winterthur?

Nur schon eine Winterthurer Doppelvertretung in der Zürcher Regierung wäre historisch gewesen. Das gab es seit 1877 nicht mehr. Ob die Winterthurer Dreiervertretung nun etwas bewirkt? «Ich bin für den ganzen Kanton Zürich Regierungsrat», betont Neukom. Und fügt dann doch an: Themen, die «Gemeinden wie Winterthur» betreffen, könnten beim Kanton nun mehr Gehör erhalten, etwa die Verteilung der Sozialkosten. Natalie Rickli lanciert im Gespräch mit dem «Landboten» – schmunzelnd – schon eine Idee: «Jetzt können wir darüber diskutieren, ob wir die Hauptstadt nach Winterthur verlegen.»

Grüne und GLP gewinnen in der Region Sitze

Bei den Kantonsratswahlen können Grünliberale und Grüne Siege verbuchen – im Gesamtkanton genauso wie in den Winterthurer Wahlkreisen. In der Stadt gewinnen beide Parteien einen Sitz hinzu. Gegen den Trend kann hier auch die FDP ein Mandat zulegen. Verlierer sind die SVP und die BDP, die alle Sitze verliert. Im Wahlkreis Winterthur-Land holen die Grünen auf Kosten der SVP einen Sitz. Im Weinland hingegen bleibt, auch an diesem turbulenten Wahlsonntag, alles wie gehabt.

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