Musikfestwochen

So viel Winti war noch nie an den MFW

Zahlreiche Sitzungen mit der Polizei und viel Goodwill von der Stadtkirche waren nötig – jetzt steht die «Schlemmerei» erstmals auf dem Kirchplatz, und kommt bei den Musikfestwochen-Besuchern gut an.

Hier lässt es sich aushalten, auch bei Nieselregen: Das Oberdeck der Schlemmerei auf dem Kirchplatz, eingerahmt von Kirchenwand und Winterthurer Bildergalerie.

Hier lässt es sich aushalten, auch bei Nieselregen: Das Oberdeck der Schlemmerei auf dem Kirchplatz, eingerahmt von Kirchenwand und Winterthurer Bildergalerie. Bild: Nathalie Guinand

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Nach den ersten Festivalabenden ist klar: Mit der Schlemmerei haben die Musikfestwochen-Macher einen kleinen Coup gelandet. Die zweistöckige Stahlinstallation in Holzverkleidung auf dem Kirchplatz, mit einem Food Festival im unteren und einer Terrasse im oberen Stock, gefällt den Winterthurerinnen und Winterthurern – und das kommt nicht von ungefähr.

Das Zauberwort heisst Lokalkolorit. Unten tut der FC Winterthur das, was er, neben Fussball natürlich, am besten kann: Bier ausschenken. Daneben wirtet der vor allem beim jungen Publikum beliebte «Sandwich-König» vom Obertor, Hasan Kandil. Auf die obere Etage führen zwei sehr steile Treppen, sie erhalten nun nachträglich noch einen Handlauf zur Unterstützung wenig trittsicherer Festivalbesucher.

Kulturtipps und Liveticker

Die Terrasse bietet viel Platz und viele Sitzmöglichkeiten, zum Beispiel direkt an der Kirchenmauer – näher am Mittelpunkt der Stadt geht nicht mehr.

Kuschlig ist die Sofaecke von Radio Stadtfilter, zum Verweilen laden die Bildergalerien von Winterthurer Fotografen ein. Und laut den Veranstaltern spielt man auf der Terrasse auch ein bisschen WG: An eine Pinnwand heftet das Kulturmagazin Coucou seine MFW-Tipps, der FC Winterthur klebt während den Spielen Liveresultate an die Wand.

Mit der Schlemmerei haben die Musikfestwochen-Macher einen kleinen Coup gelandet.

Ein Teil der Schlemmerei ist für Firmenpartner des Festivals reserviert, doch das wichtigste ist frei zugänglich: das lange Geländer mit luftigem Blick auf die Kirchplatz-Bühne.

«Wir sind sehr zufrieden mit der Schlemmerei», resümmiert Laura Bösiger, Co-Geschäftsführerin des Festivals. «Eine Umfrage letztes Jahr ergab, dass viele Besucher und Helfer sich an fehlenden Sitzgelegenheiten und dem zu wenig diversen Essen störten, das haben wir nun hoffentlich aufgefangen.» Gleichzeitig habe man nun den Kirchplatz «aufgeräumt» und ein eigentliches Festivalzentrum geschaffen.

«Die Kirche ist super»

Doch der Weg zum Neubau war nicht einfach. «Zuallererst haben wir das Gespräch mit der Kirchgemeinde gesucht», erzählt Bösiger. Denn selbstverständlich ist es nicht, dass ein Festivalbetrieb so nah an einem denkmalgeschützten Gebäude überhaupt möglich ist. «Aber die Kirche ist einfach super, sie unterstützt uns seit Jahren.»

«Es war schon lange nicht mehr so viel Liebe an den MFW.»Laura Bösiger, 
Co-Geschäftsführerin der MFW

Dann waren laut Bösiger auch zahlreiche Sitzungen mit städtischen Stellen nötig, «alleine mit der Feuerpolizei sassen wir sechsmal zusammen». Geplant und aufgerichtet wurde die Schlemmerei schliesslich mit Hilfe von Statik-Profis und sehr vielen Freiwilligen, erst zehn Minuten vor Festivalbeginn waren die Arbeiten zu Ende. Nun analysieren die Verantwortlichen das Besucherverhalten, und planen schon für das nächste Jahr.

Neben der Schlemmerei gingen die ersten Festivaltage unaufgeregt über die Bühne. Einzig eine Pechsträhne beim Musikbetrieb brachte die Festivalmacher ins Schwitzen. So hat sich bisher ein Mitglied einer Band wegen eines verpassten Fluges verspätet, ein anderes fiel krank aus. Und bereits am Mittwoch hat sich die Backstage-Chefin der Musikfestwochen den Arm gebrochen. Laura Bösiger strahlt dennoch: «Es war schon lange nicht mehr so viel Liebe an den MFW.»

(Der Landbote)

Erstellt: 11.08.2017, 16:12 Uhr

Der Landbote hat sich unter das MFW-Publikum gemischt.

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