Winterthur

Sommerdestination Technorama ab 2021

Das letzte Jahr hat erneut gezeigt, wie sehr das Technorama vom Wetter abhängig ist: Zu schön heisst zu wenig Besucher. Das Science Center will deshalb den Park ausbauen, was mehr Sommerpublikum generieren soll.

So sollen die Sommer im Park aussehen: Die Wunderbrücke soll ab Ostern 2021 begehbar sein. Visualisierung: PD

So sollen die Sommer im Park aussehen: Die Wunderbrücke soll ab Ostern 2021 begehbar sein. Visualisierung: PD

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Irgendwie tönt das ziemlich garstig, was das Technorama gestern in einer Mitteilung verlauten liess: «Die zunehmende Zahl warmer und niederschlagsarmer Jahre ist eines der Argumente für das nächste grosse Bauprojekt, mit dem sich das Technorama auch zur Schönwetterdestination entwickeln will.»

Man trotzt also den Folgen des Klimawandels mit grossen Investitionen. Skigebiete rüsten mit Schneekanonen auf, um schneesicher zu sein, das Technorama mit einer Wunderbrücke und Wassermassen, um im Sommer Publikum zu haben.

Minus 15 000 in zwei Jahren

Zunächst die Facts zur Publikumsentwicklung. Das Technorama ist es sich gewohnt, immer mal wieder einen Besucher­rekord zu vermelden. Gute Jahre sind häufiger als schlechte. Doch nun musste das Swiss Science Center zum zweiten Mal nach­einander ein Minus melden: Gegenüber dem Rekordjahr 2016 verlor das Technorama 2018 über fünf Prozent der Besucher.

Ende Oktober stand es laut der Mitteilung besonders schlimm: Man lag 30 000 Besucher unter Budget, was eine halbe Million Franken fehlende Einnahmen bedeutete. Im November und Dezember, mit vielen Schulklassen aus Basel und Baselland sowie mit einer2-für-1-Aktion über die Festtage, habe man den Rückstand noch «leicht verringern» können, heisst es in der Mitteilung. 266 667 Eintritte zählte das Technorama schliesslich am Jahres­ende, 281 427 waren es im Rekordjahr gewesen. Über 63 000 waren im letzten Jahr Schülerinnen und Schüler.

Der Park ist fast voll finanziert

Und nun will das Technorama also auch zur Schönwetterdestination werden. Wenn alles rundläuft, sagt Direktor Thorsten D. Künnemann, werde der neue Park beim Technorama an Ostern 2021 eröffnet. Die Geldsammlung dafür dauerte Jahre, erlitt Rückschläge, und doch gings immer weiter.

Mittlerweile spricht man von Gesamtkosten von 16,2 Millionen Franken, die Stadt Winterthur und der Kanton ­Zürich (via Lotteriefonds) zahlen mit. Der Stiftungsrat des Technoramas hat kürzlich 14,6 Millionen Franken als Baukredit freigegeben. Die fehlenden 1,6 Millionen will man laut Mitteilung mit einer «breit angelegten Kampa­gne» bis Mitte 2020 auftreiben.

Mit den ersten Vorarbeiten im grossen Park wurde schon im ­November und Dezember begonnen: Zuerst wurden alte Exponate abgebaut, auf einem Bild sieht man den legendären schwebenden Wasserhahn. Dann wurden die Fische und anderes Getier aus dem Weiher umgesiedelt. Im Januar wurden erste Bäume gefällt und deren Wurzelstöcke mit Fräsen entfernt. Und im Februar fahren schon erste Bagger auf, um die Fundamente vorzubereiten.

Was bitte ist so wunderlich?

Viel wurde schon geschrieben über das Kernstück des neu gestalteten Parks, die sogenannte Wunderbrücke. Was ist daran so wunderlich? «Sie ist 130 Meter lang und 12 bis 17 Meter hoch, sie hat eine Neigung von fünf Prozent und sieht irgendwie aus wie ein W: W für Wunderbrücke und für Winterthur», sagt Direktor Künnemann. Und: «Dieses W ist an nur zwei Punkten am Boden befestigt.» Um den schmalen Riedbach zu überqueren, sei die Brücke zweifellos zu gross, aber sie soll Ingenieurkunst zeigen.

Sie ist also gleichermassen ein Wahrzeichen und Blickfang, aber laut Künnemann auch «eine Plattform für Experimente, die Höhe brauchen». Das wohl spektakulärste Happening wird der bereits erprobte Wasserabsturz sein: Auf einen Hebeldruck stürzen fünf Kubik in die Tiefe, fallen auf eine Halfpipe, und dort passiere, was eigentlich technisch unmöglich sei:

Das Wasser spritzt höher, als es fiel. Und wenn die Zuschauer dann einen Sprutz ­abbekommen, sei das durchaus erwünscht und ein erfrischender Teil des Sommerspektakels.

Freilich wird auch weniger Aufregendes auf der teuren Brücke passieren: Man wird feststellen können, wie die Sommerhitze das Metall ausdehnt. Na ja. Es soll ja noch ein Dutzend weitere Exponate geben. (Der Landbote)

Erstellt: 22.01.2019, 17:58 Uhr

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