Winterthur

Sonderschulprojekt abgeblasen

Mit dem sonderpädagogischen Konzept «Sirma» wollte die Stadt das Wachstum der Sonderschulkosten bremsen. Passiert ist das Gegenteil. Der nun vorliegende Evaluationsbericht fällt vernichtend aus.

Das Projekt «Sirma», hatte zum Ziel möglichst viele Schüler in die Regelklassen zu integrieren. Damit ist es schlussendlich kläglich gescheitert.

Das Projekt «Sirma», hatte zum Ziel möglichst viele Schüler in die Regelklassen zu integrieren. Damit ist es schlussendlich kläglich gescheitert.

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Der Versuch, die Sonderschulkosten mit «Sirma» zu begrenzen, scheiterte. Statt dass der Anteil an Sonderschülern sank, stieg er an, und zwar von 2013 bis 2017 von 4,5 auf 5,5 Prozent.

Der Evaluationsbericht, den ein Team um Christian Liesen vom Institut für Sozialmanagement der ZHAW verfasst hat, zeigt, weshalb «Sirma» scheiterte. Der Studienautor führt schonungslos auf, wo die Probleme lagen: «Der Mechanismus von Sirma beruht auf einem Überlegungsfehler und kann nicht funktionieren.»

«Der Mechanismus von Sirma beruht auf einem Überlegungsfehler und kann gar nicht funktionieren.»

Weiter wird kritisiert, Sirma sei ohne Umsetzungbegleitung eingeführt worden und darum in den Schulkreisen sehr unterschiedlich angewendet worden. «Es waren eher vier lokale Systeme als Teile eines Gesamtsystems.» Dass die Umsetzung nicht begleitet wurde, lag unter anderem daran, dass die beiden Verantwortlichen von Sirma 2014 ans Schulamt der Stadt Zürich wechselten.

Keine zentrale Steuerung

Der Wechsel der Schlüsselpersonen habe die Umsetzung verkompliziert. «In der Folge ist die Kernidee von Sirma von praktisch niemandem in der Stadt richtig verstanden und in ihren Konsequenzen überblickt worden», heisst es im Bericht.

Auch auf eine zentrale Steuerung mit Projektauftrag, wie sonst bei Projekten der Stadt üblich, wurde verzichtet. Und schliesslich wird kritisiert, man habe nicht erkannt, dass die Schulleitungen im Konzept Sirma eine zentrale Rolle hätten einnehmen sollen.

«Die Kernidee von Sirma von praktisch niemandem in der Stadt richtig verstanden worden»

Die Zentralschulpflege hat auf den Evaluationsbericht reagiert und lässt «Sirma» fallen.

Dass man nicht früher die Notbremse zog, lag laut Jürg Altwegg, Stadtrat und Präsident der Zentralschulpflege, daran, dass man sich zuerst auf Ursachensuche begeben musste. «Wir merkten zwar bald, dass Sirma nicht funktioniert, aber erst durch die Evaluation konnten wir die Probleme klar benennen.»

Eingeführt wurde «Sirma» nicht von Jürg Altwegg (Grüne), sondern von seinem Vorgänger im Departement, Stefan Fritschi (FDP).

Stattdessen «Sirma» soll nun ein neues Projekt namens «Wega» den Anstieg der Sonderschulkosten bremsen. Wie dieses genau funktionieren soll und worin es sich vom gescheiterten Projekt unterscheidet, lesen Sie Morgen hier auf www.landbote.ch

Erstellt: 19.04.2018, 17:11 Uhr

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