Kehrtwende

Sonntags wieder Pilzkontrolle

Zwei Jahre nach der umstrittenen Schliessung öffnet die Stadt die Pilzkontrolle am Sonntag wieder. Wer die Pilze kontrollieren wird, ist noch offen.

Vom Superblock zügelt die Pilzkontrolle auf die Breite.

Vom Superblock zügelt die Pilzkontrolle auf die Breite. Bild: Marc Dahinden

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Ob Laie oder Routinier: Experten raten allen Pilzlern dringend, ihr Sammelgut kontrollieren zu lassen. Von August bis Oktober ist dies im Büro der Pilzkontrolle möglich, ansonsten privat bei einem Pilzkontrolleur.

In Winterthur wird die Pilzkontrolle an die Hochwachtstrasse 23 verlegt, auf das Areal der Stadtgärtnerei. Bisher lag sie im Superblock. Der Ortswechsel erfolgt, weil das Lebensmittelinspektorat zum Kanton wechselt und die Pilzkontrolle zum Departement Technische Betriebe. Die Kontrolle wird ab August am Mittwochnachmittag geöffnet sein – und auch wieder am Sonntagnachmittag. Es ist dies eine Rückkehr zu den Öffnungszeiten, die bis vor zwei Jahren selbstverständlich waren.

Dank den Nachbarn

Anfang 2017 hatte die Stadt Pilzsucher und -kontrolleure vor den Kopf gestossen mit dem Entscheid, die Kontrolle am Sonntag zu schliessen und stattdessen am Montag von 8 bis 9 Uhr zu öffnen. Dabei machen sich gerade an den Wochenenden viele Pilzsucher auf in den Wald und kehren mit vollen Körben zurück. Als Winterthur am Sonntag keine Kontrolle mehr anbot, reisten sie dafür bis in den Thurgau.

Die Stadt begründete die Schliessung mit fehlenden personellen Kapazitäten. Das hatte einen Beigeschmack, weil das Lebensmittelinspektorat zuvor eine Kontrolleurin ausgebootet hatte, die jahrzehntelang Sonntagsdienste leistete.

Die Kehrtwende bei den Öffnungszeiten erfolgt, weil es die Pilzsucher wünschen und auch die Pilzkontrolleure und Gemeinden aus der Umgebung, wie Stadtrat Stefan Fritschi (FDP) sagt. Er ist als Leiter des Departements Technische Betriebe für Stadtgrün zuständig. Die Stimme der Gemeinden ist darum wichtig, weil deren Bevölkerung ihre Pilze ebenfalls nach Winterthur zur Kontrolle bringen kann. «Wir passen unser Angebot den Wünschen der Kunden an», sagt Fritschi. Nicht zuletzt darum, weil die Stadt hofft, mehr als die heute neun Gemeinden für einen Vertrag mit der Winterthurer Pilzkontrolle zu gewinnen.

Wieder mit Externen

Wer künftig die Pilze kontrolliert, ist noch nicht bestimmt. Der Auftrag werde sicher extern vergeben, sagt Fritschi. «Wir sind in Vorgesprächen mit verschiedenen Kontrolleuren.» Darunter sind auch Mitglieder des Pilzvereins Winterthur, die bis 2017 für die Stadt tätig waren. Von der externen Vergabe erhofft sich Fritschi eine Senkung der Kosten. Von den angeschlossenen Gemeinden will Winterthur künftig 30 statt wie bisher 33 Rappen pro Einwohner verlangen.

Die Räume der Stadtgärtnerei seien aus mehreren Gründen besser für die Pilzkontrolle geeignet als der Superblock, sagt Fritschi. Dort sei die Reinigung aufwendig, und Material habe nicht zwischengelagert werden können. Die Pilzkontrolle auf der Breite werde zudem mit dem Velo oder dem öffentlichen Verkehr ebenso gut zu erreichen sein wie mit dem Auto. «Und wer am Sonntag auf dem Eschenberg Pilze sammeln geht, wird auf dem Heimweg gleich bei der Kontrolle haltmachen können.»

Erstellt: 07.12.2019, 12:40 Uhr

Artikel zum Thema

Stadt gibt nach: Pilzkontrolle neu am Sonntag

Winterthur Stadtgrün Winterthur übernimmt die Pilzkontrolle ab dem neuen Jahr. Die Kontrolltermine werden angepasst. Mehr...

Die Pilzkontrolle öffnet pünktlich zur Saison

Winterthur Während der Pilzsaison kann man seine Funde jeweils Montags, Mittwochs und Freitags professionell begutachten lassen. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Landboten digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!